Episode Transcript
[00:00:00] Speaker A: Die größte Herausforderung ist, dass wir Männer nicht zu ihrem Glück zwingen können. Ich wurde auf einmal in einer Männergruppe in eine Konfrontation gebracht, Weg von dem im Außen sein, sondern dem hinschauen. Wer bist denn du? Ich hatte keine Angst. Ich brauchte keine Angst zu haben.
[00:00:17] Speaker B: Ihr Lieben, herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe meines Mann verriet Podcast heute mit dem Wann ist ein Mann ein Mann? Und das Thema dürfte ungefähr 40 Millionen Menschen in diesem Land betreffen und weltweit glaube ich so ein paar Milliarden. Und ich habe mir dazu einen Mann eingeladen, der noch gar nicht so lange auf diesem Bewusstseinsweg Männerarbeit ist, aber in meinem Urteil ziemlich beeindruckend. Mein lieber Sascha Kalkhoff, herzlich willkommen zu deinem ersten Podcast.
[00:00:46] Speaker A: Hallo, vielen Dank.
[00:00:47] Speaker B: Hallo Welt. Hallo Welt. Sehr geil. Wann ist ein Mann ein Mann?
Bin gar nicht sicher, wo wir da genau anfangen. Aber wann kam das Thema denn in dein Leben, dass du sagst, ich glaube, mit dem Thema würde ich mich gerne mal beschäftigen. Mann sein.
[00:01:02] Speaker A: Mann sein, das war wirklich über viele, viele Umwege und ganz, ganz viel Ablehnung. Erstmal, ich hatte neun Jahre lang einen MKP Arbeitskollegen. Mir war das damals noch nicht bewusst, dass es ein MKP Arbeitskollege war.
[00:01:16] Speaker B: Also bei dieser großen Vereinigung, wo wir auch beide hängig sind. Mankind Project heißt MKP. Den hattest du als Arbeitskollegen richtig anonym. Also du wusstest es nicht. Der hat sich nicht geoutet.
[00:01:27] Speaker A: Naja, er hat immer davon berichtet, dass es da Männergruppen gibt und dass es da einen tollen Austausch gibt und eine gute Vereinigung und wirklich ein guter Kreis mit Männern.
Er sieht da Potenzial bei mir. Ich dürfte mal dran teilnehmen oder mal schnuppern oder mal schauen, mal kommen.
[00:01:44] Speaker B: Und wann war das?
[00:01:46] Speaker A: Naja, ich würde mal sagen, er hat bestimmt fünf bis sieben Jahre versucht, mir das Ganze schmackhaft zu machen.
[00:01:51] Speaker B: Geil, was für ein Brocken.
[00:01:52] Speaker A: Ja, Grüße gehen raus und auch Dankbarkeit an Thomas.
[00:01:55] Speaker B: Wie heißt der?
[00:01:56] Speaker A: Thomas Lang und ist ja auch dir ein bekannter Bruder.
[00:01:59] Speaker B: Absolut.
[00:02:00] Speaker A: Und ja, er hat wirklich lange, lange, lange an mir gearbeitet und mir davon erzählt und immer wieder das Ganze versucht schmackhaft zu machen. Ich war aber so sehr in der Ablehnung und vor allem auch immer nur im Kopf. Immer nur im Kopf.
[00:02:14] Speaker B: Ich glaube, das ist genial. Ich tippe mal, das hatten wir Kurz im Vorgespräch, 99 Männer sind wie du, einer macht's und die anderen sind in der Ablehnung. Also insofern, geiles Beispiel.
Was war denn die Ablehnung? Also was war denn deine Sorge?
[00:02:28] Speaker A: Urteile ohne Ende. Also wirklich Urteile, Hämmermann, der ist jugendfrei, wir sind deutlich über 18, ja, Wahnsinn. Also ich habe natürlich in erster Linie gedacht, okay, warum Männervereinigung? Warum Männerverein? Warum setzen sich Männer zusammen? Treffen sich Männer?
Ist das was Sexuelles? Wollen die mein Geld? Wollen die meine Mitgliedschaft? Ist das eine Sekte? Ist das eine Kirche?
Was passiert denn da? Warum soll ich denn überhaupt da hingehen? Und ich hatte nur Ablehnung und vor allem nur Urteile gehabt darüber und vor allem viele Ausreden, nicht hinzugehen, ah, ich habe kein Auto, ich habe keine Zeit, keine Möglichkeit, wie komme ich dahin? Und ah, ne, Mittwoch passt nicht.
[00:03:07] Speaker B: Wie genial. Also erstmal nur Ablehnungen mit Projektion, nenne ich das mal. Also vielleicht für alle, das ist sehr enttäuschend. Bei uns gibt es keine sexuellen Kontakte, wir sind keine Sekte, wir sind nicht religiös, wir kümmern uns scheiße noch mal einfach um unser verdammtes Leben. Das ist schwierig genug, Aber das war erst mal. Hast du eine Ahnung, wo das herkam?
[00:03:31] Speaker A: Ja, also es ist natürlich furchtbar einfach für mich in meiner Arbeitswelt, in der ich mich zu dem Zeitpunkt noch befunden habe, nur auf die Dinge zu schauen, denen ich Anerkennung bekommen habe. Ich habe ein wenig auf mich selbst geschaut und habe einfach den Fokus auf Arbeiten gehabt. Also diese ganzen Mantras oder die Glaubenssätze mit Schaffe, schaffe Häuslebaue und Indianer kennt keinen Schmerz und wer abends feiern kann, kann morgens auch arbeiten und Gas geben. Da gab es keinen Raum, keine Zeit, um mal sich mit Männern in den Kreis zu setzen und über das Leben zu sprechen oder über mich selbst zu sprechen, über mich selbst nachzudenken Und dann
[00:04:12] Speaker B: muss ja irgendwas passiert sein. Also ich weiß deine Geschichte nicht, deswegen ist es jetzt nicht, dass es kein Skript gibt. Gibt es sowieso nicht in dieser Veranstaltung, die ich hier mache. Aber ich habe wirklich keine Ahnung, wie du dazugekommen bist. Das heißt, irgendwann gab es mal einen Change in deinem Leben und da hast du Vielleicht gehe ich doch mal zu dieser sexuellen religiösen Vereinigung mutmaßlich auf meinem Kopf gestrickt.
[00:04:33] Speaker A: Ja, also es ist wirklich bei mir wie in einem Fass, wo jeder Tropfen immer das Fass irgendwann ein bisschen weiter auffüllt. Und es sind viele Erlebnisse gewesen in meinem Leben, die irgendwann dazu geführt haben, dass ich Reaktionen gezeigt habe im Alltag, im Leben, sei es jetzt auf der Arbeit oder in der Partnerschaft oder in der Familie, die mich haben in eine starke Verwunderung auch gebracht. Und es gab einen wirklich wichtigen Moment mit Thomas. Wir hatten eine Umstrukturierung im Unternehmen gehabt und wir hatten beide sehr hohen Stress, wirklich sehr hohen Stress. Und für einen Mensch wie mich, der sich sehr mit der Arbeit identifiziert, ist da eine Riesenwelt zusammengebrochen. Und es gab einen Moment in der Kantine.
Auch Thomas, denke ich, ich kann für ihn nicht sprechen, hatte da an der Stelle wirklich einen enormen Druck gehabt im Unternehmen.
Wir saßen uns gegenüber und es war einfach eine tiefe Verbindung zwischen uns beiden. Wir haben uns in die Kantine gesetzt, angeschaut, die Augen waren feucht und es war der Moment gekommen, wo er gesagt Morgen ist eine iGroup, also der Männerabend Integrationsgruppe und ich war bereit. Ich habe okay, ich schaue mir das mal an, Ich fahre da jetzt hin. Ich möchte einfach mal schauen, was passiert dort?
[00:05:53] Speaker B: Und wieso hast du in dem Moment Ich kann mir das erahnen, aber ich will es lieber von dir hören. Warum hast du in dem Moment gesagt, morgen bin ich dabei und die 5 bis 7 Jahre vorher nicht? Was war der Unterschied, der den Unterschied ausgemacht hat?
[00:06:06] Speaker A: Ja, der Unterschied war einfach der Punkt gewesen, dass ich mit meiner Arbeitswelt, in der ich mich quasi überall immer bewiesen habe und in der ich auch mich behauptet habe und mich auch belohnt habe oder auch darüber mein Feedback bekommen habe und auch mein Dankeschön, mein gut gemacht, mein großartiger Job und so.
Das ist quasi durch eine Umstrukturierung weggebrochen, sondern es war auf einmal eine schwierige Situation im Unternehmen, eine Kaltsanierung, die auf einmal alles hat in 180 Grad verdreht hat und einen Tunnelblick mich versetzt hat und ich auf einmal gemerkt habe, wow, mein Lebensmittelpunkt, die Arbeit, Arbeit, Arbeit, schaffe Schafe, Röslebaue, das war auf einmal weg. Es gab Veränderungen, es stand Kündigung im Raum.
[00:06:53] Speaker B: Also du warst in der Krise, ich
[00:06:55] Speaker A: war in einer Riesenkrise, nur es ist ja schnell gesagt, ich war in der Krise, aber was bedeutet das für mich?
Das wusste ich alles noch gar nicht
[00:07:05] Speaker B: so und dann bist du Igroup Abend, das sind ja praktisch die Integrationsgruppenabende, das heißt, wir machen irgendwie mal so ein Training, will jetzt gar nicht so viel von erzählen, aber wir haben ja irgendwann mal beide so ein Initiationstraining gemacht und damit man das nicht so als One Shot hat, zu sagen, ey, das war jetzt aber mal geil, treffen wir uns ja regelmäßig in sogenannten Integrationsgruppen. Bei uns ist die in Wiesbaden, es gibt glaube ich deutschlandweit irgendwie 30 oder 40 oder 50, ist ja auch wurscht, so dass man Möglichkeit hat, wieder mit Männern an dieser Arbeit weiterzumachen, damit die Nachhaltigkeit gesichert ist. Mittlerweile leitest du ja sogar diese Integrationsgruppe hier bei uns in Wiesbaden, aber bleiben wir noch mit damals und so und dann warst du dabei und jetzt weiß ich ja, dass das weder sexuell war, noch religiös, noch eine Sekte. Das heißt, deine Vorurteile haben sich dort nicht bestätigt gefühlt. Was hast du aber dort gefunden? Also was war das, wo du gesagt hast, da könnte ich mir vorstellen, nochmal hinzugehen?
[00:08:04] Speaker A: Ja, also für jemanden, der so verkopft ist, wie ich es bin auch noch, ich bin ja nicht jetzt aus dem Kopf heraus, ich lerne gerade quasi aktiv mehr auf den Körper zu achten und auf meine Gefühle zu achten.
Ich bin dorthin gefahren erstmal wirklich mit all meinen Urteilen, bin dort rein und es war von der ersten Minute an herzlich und nicht befremdlich.
Es waren Männer, wir sind eine Männergruppe und es war sofort eine Verbindung da gewesen. Ich hatte keine Angst, ich brauchte keine Angst zu haben, es gab keine Anforderungen an mich, sondern ich durfte einfach nur sein und durfte an diesem Abend teilnehmen und und fühlte mich wirklich einfach gesehen, gehört und auch gefühlt willkommen, willkommen.
[00:08:53] Speaker B: Also ich kann daran ziemlich gut anknüpfen, mache diese Arbeit seit 2016 und für mich ist das so, ich habe Heimat gefunden und ich gehöre zu den Männern, die vorher nicht in der Männerverbundenheit waren. Ich hatte zwar immer Kumpels, aber wenn ich jetzt so Männergemeinschaften, war es eher so, dass ich nicht dazugehörig war. Ich war einer von denen, die sind anders.
Ich fühlte mich nicht willkommen und auch bin ja ein sehr lebendiger Mann und kenne das Thema, dass ich immer zu viel bin zu anstrengend, zu laut, zu witzig, zu was auch immer. Und dort fand ich bis heute geht es mir so, dass ich mich angenommen fühle und auch gelernt habe, das ist ja jetzt, was ich bekomme, gebe ich zurück. Immer mehr merke, ich kann Männer annehmen, egal wie sie sind. Also mein Thema war lange die schwachen Männer, auf die ich runtergeguckt habe, was natürlich was mit meinem eigenen Schwächanteil zu tun hat. Und heute kann ich ganz anders mit denen in Verbindung sein, bin jetzt kein Heiliger, wo ich jetzt alles in den Griff kriege. Gibt es schon noch Typen, wo ich denke, oh, guck mal, was ein Arschloch. Aber gucke mir dann an, warum denke ich das denn gerade? Also es gibt einen neuen Automatismus in meinem Leben, dass ich nicht mehr in der Verurteilung bleibe, sondern erstmal gucke, das ist ja interessant, verriet, wieso hast du denn mit dem Mühe? Und das ist für mich ein wunderbares, ein wunderbares Geschenk dieser Männerarbeit, weil ich logischerweise dann meine eigenen Anteile und ich habe natürlich auch Arschloch Anteile, nicht mehr so hart verurteilen muss, sondern auch, guck mal, das bist du auch bis auch manchmal klein, bis manchmal schüchtern, bist manchmal fremdelnd, bis manchmal verurteilt. Ja, das bin ich alles auch.
Wie ging denn dein Weg weiter? Ich will jetzt gar nicht so sehr diesen NKP Weg alleine beschreiten, weil da haben wir schon sehr viele Podcasts zu gemacht und gleichzeitig, wenn du was dazu sagen möchtest, tust, sondern irgendwas hatte ich ja, der Titel, wann wird ein Mann ein Mann? Irgendwie hatte ich das ja getriggert, Ich bleibe auf diesem Weg. Es hätte sagen, komm, die Krise war ja irgendwann rum, das ist ja wie so ein gutes Essen, ich bin satt, jetzt gehe ich wieder nach Hause. Du bist aber seit vielen Jahren jetzt dabei.
[00:10:58] Speaker A: Meinen ersten Besuch hatte ich Juni 22,
[00:11:02] Speaker B: also ist jetzt dein drittes Jahr, wo du jetzt dabei bist und jetzt sogar in Leitungsfunktion. Also was hat dich getriggert zu bleiben oder was hat dich angesprochen?
[00:11:11] Speaker A: Ja, also diese Magie um diese Männergruppe. Ich habe sogar in den ersten zwei Jahren, ich glaube gerade mal vier Termine insgesamt verpasst. Wir treffen uns alle 14 Tage.
So wichtig war das für mich gewesen, in meinem Arbeitsalltag, in meinem Leben, dort in diesen Austausch zu kommen und zwar abseits der, der quasi Rollen, die ich im Außen immer spiele.
Und auch ich habe, wie du das auch gerade eben von dir erzählt hast, diese ganzen Urteile in mir und ich wurde auf einmal in einer Männergruppe in eine Konfrontation gebracht, weg von dem im Aussensein, sondern in dem Hinschauen, wer bist denn du, wo bist denn du und woher kommt dann dieses Urteil und was steckt dann dahinter?
Das waren für mich alles komplett neue Begrifflichkeiten, die kannte ich bis dato nicht, bin jetzt 48, das heißt also ich habe mit 45 erst mit dieser Männerarbeit angefangen. Da könnte man meinen, OK, als Mann sollte man da schon mit sich verbunden sein.
Nein, also kann ich von mir nicht behaupten. Also ich war wirklich klar kenne ich mich, ich sehe mich am Spiegel, aber ich habe mich nicht gefühlt. Und dieser Moment ist passiert bei der Männerarbeit.
[00:12:30] Speaker B: Das ist ein geiler Satz, den will ich noch mal langsam hören, weil ich glaube, das ist echt eine super Essenz.
Klar kenne ich mich, ich kenne mich ja vom Spiegel, aber wie war der Satz?
[00:12:41] Speaker A: Ja, ich habe mich nicht gefühlt, habe ich nicht gefühlt. Ich habe mich einfach nicht gefühlt.
[00:12:44] Speaker B: Wir machen ja manchmal diese Runden, wenn man so ein Initiationswochenende haben, das heißt bei uns NBTA, dann sind wir ja so 60 bis 80 Männer im Raum bei bestimmten Settings und dann fragen wir so manchmal, wer fühlt sich nicht zugehörig zum Kreis der Männer? Dann sehen wir von den 80 Leuten, dass da ein großer Teil zu ist. Und ganz spannend, wie viele Männer fühlen sich nicht. Gerade die Leute, die frisch in der Männerarbeit sind oder vielleicht damit sogar erst beginnen, haben wir ja fast so ein Drittel bis die Hälfte, die irgendwie emotional von sich abgeschlossen sind. Die haben keinen Zugang zu sich selbst. Und das Erschütternde ist ja, wenn ich keinen Zugang zu mir habe, habe ich auch keinen zu anderen. Also wenn ich Coaches habe, die die 20. Affäre haben oder unklar in ihrer Ehe sind, die lieben sich halt selbst nicht. Und das ist halt Scheiße als Voraussetzung, um den anderen zu lieben. Also ist ja fast die Wie soll das gehen? Und ich glaube, dass das total sinnvoll ist, wenn wir Männer mal bei uns ankommen und es geht ja nicht darum, dass wir alle weinen lernen und uns in die Arme nehmen. Da kann ja jeder jetzt sein, wie er ist. Und gleichzeitig finde ich es nicht schlimm wenn wir so sind und das ist auch okay. Aber dass wir erst mal Zugang zu unseren Gefühlen haben, das haben ja ganz viele nicht.
Ist ja krass. Ein Teil von uns sind ja, ich sag manchmal so Steinzeit Trommler. So die atmen, dann pupsen sie und dann essen sie und dann, wenn es gut läuft, haben sie Geschlechtsverkehr und dann sterben sie irgendwann. Und dazwischen sind sie aber nicht wirklich lebendig, sondern sind so halbtotes Stück Holz, wenn ich das mal ein bisschen provokativ sagen darf. Faszinierend, wie wir Männer das hinkriegen, solche Stücke Holz zu sein.
[00:14:19] Speaker A: Ich würde gern wirklich diesen Punkt Weinen auf.
Ich finde in unserer Gesellschaft, meine Meinung an der Stelle ist, Männerweinen löst bei dem Gegenüber Panik aus oder Angst. Vielleicht auch irgendwie ein Retter oder so, dass man anfängt helfen zu wollen und irgendwas dafür zu tun, dass der Mann aufhört zu weinen. Jetzt habe ich letztes Jahr die Chance gehabt, mit einem sehr guten Freund mal nach Dortmund zu fahren. Ich bin kein Fußballfan im Gegensatz zu dir. Ich habe mit Fußball nichts am Hut. Ich war in einem Fußballstadion gewesen.
Ist ja riesig dieses Stadion. Und ich gehe in dieses Stadion rein und ich sehe Männer auf den Tribünen mit, ich sag mal, Wut und Aggressivität und lauter Stimme, wo ich mir Wow, wie passt das in das Gesamtbild dieser Person? Das ist ja Wahnsinn. Und ich habe Männer gesehen, die geweint haben, weil wir verloren haben.
Und dann denke ich okay, im Fußball ist das Weinen erlaubt.
Aber wenn ich aus emotionalen Gründen, weil ich gerade eine Überforderung habe, aus Wut, aus Scham, aus Angst weinen muss, weil es einfach aus mir herauskommt, dann verunsichert das mein gesamtes Umfeld. Und alle versuchen irgendwie oh mein Gott, der Mann weint.
Und das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt auch, den ich festgestellt habe, wie viel Kraft und Energie ich aufbringe, um nicht zu weinen. Damit könnte man ein ganzes Haus bauen, statt einfach mal zu Nein, jetzt weine ich. Jetzt lasse ich einfach mal die Tränen laufen und gebe dem Raum, weil ich das jetzt brauche. Ja, und dann ist das einfach für mich getan. Aber dann kommt ja alles zusammen. Fahrrad. Dann ist der Scham da, die Angst, Was denken die anderen von mir? Wie sehen die mich? Bin ich jetzt ein schwacher Mann? Bin ich jetzt nicht mehr gesellschaftsfähig? Bin ich überhaupt noch in der Lage zu arbeiten, zu leisten? Oder was passiert da gerade? Und all diese wunderbaren Themen rund um gerade das Weinen, also meine ganzen Gefühle, die haben ihren Raum in der Männergruppe.
[00:16:24] Speaker B: Und glaubst du, ich würde gerne noch ein bisschen tiefer reingehen, dass du durch das Weinen, wie nenne ich das jetzt, ein kompletterer, ein stärkerer Mann geworden bist? Oder bedauerst du, dass du diesen Weg gegangen bist? Ich weiß nicht, die Frage ist noch nicht gut formuliert, aber vielleicht kannst du schon was damit anfangen.
[00:16:43] Speaker A: Die größte Herausforderung für mich ist an der Stelle, dass ich es akzeptiere, dass ich diese Seite habe und dass die auch da sein darf und dass es keinen Scham in mir auslösen sollte und vor allem mich nicht klein machen dafür, dass ich Tränen im Gesicht habe und weine, weil ich emotional überfordert bin oder vielleicht einfach nur damit was ausdrücke, was ich vielleicht gar nicht in Worte fassen kann.
Und die Herausforderung für mich an der Stelle, jeden Tag, das aber auch in Work Life Balance zum Beispiel, in diesen Spagat zu bekommen und das hinzubekommen.
[00:17:23] Speaker B: Spannend. Ich kann das Wein total anschließen. Ich glaube, nehme an, bis ich gut Mitte 20 war, habe ich vielleicht dreimal in meinem Leben geweint, bin ja ohne Vater groß geworden, habe Beziehung zu meinem Vater und ich habe so diesen klassischen Ein echter Mann weint nicht genau, sondern abwischen und so. Und ich glaube, ich hatte das verlernt.
Und da ich ganz viel nicht wusste, wohin mit, also die Gefühle sind ja trotzdem da, also diese Traurigkeitsgefühle. Bei mir ging unglaublich viel in Wut und bei mir ist das sowieso eine, sag mal, war eine Todeskombi, Wut und Trauer. Also ganz viel unter meiner Wut lag eigentlich Trauer.
Und da ich die Trauer aber keinen Access gefunden habe, die konnte halt nirgendwo hin, Straße gesperrt, kam die Wut drauf und das hat halt den Berserker Teil in mir, diesen, vor dem Leute dann auch Angst hatten und ich gar kein anderes Ventil wusste, als in die Wut zu gehen. Und ich habe tatsächlich erst wieder gelernt zu gucken, was liegt denn unter der Trauer und erst kapiert, ah, die Wut ist eigentlich ein Sekundärgefühl, die legt sich auf die Trauer drauf. Die Trauer ist das sogenannte Primärgefühl. Und wenn ich verstehe, was da eigentlich los ist, brauche ich gar nicht die Wut exekutieren, sondern ich muss denken, ah guck mal, eigentlich bin ich traurig, weil ich keine Ahnung was nicht bekommen habe, nicht gesehen habe, enttäuscht bin, Schmerz bin und heute acht Jahre Männerarbeit, kann ich einfach sagen, was mit mir los ist, kann ich sagen, ich hätte mir das anders gewünscht oder ich merke, ich bin tierisch traurig darüber, aber ich muss nicht in die Wut gehen. Er hat gestern ein Kunde in seiner Rückmeldung, muss ich sagen, echt verletzt und früher wäre ich mit Wut damit agieren gegangen und gestern habe ich die Trauer zugelassen. Es macht mich einfach traurig, dass der Kunde das sagt, mich sieht, mich sieht, ich habe einen großartigen Workshop gemacht und die Rückmeldung war für mich nicht adäquat, schon eher verletzend. Und dann merkte ich, früher wäre ich in die Wut gegangen, hätte vielleicht sogar eine böse Mail geschrieben, du hast mich verletzt und jetzt gibt es auf die Fresse und ich habe das einfach nicht getan, habe geguckt, was ist denn mit mir los und konnte doch meiner Frau, ich merke, dass mich das traurig macht und konnte es damit auch wieder gehen lassen, Aber ganz schön war aus einem Gefühl, dass ich vielleicht früher nicht gefühlt hätte, wäre früher ein Fehlverhalten gekommen, für das ich dann mich hätte entschuldigen müssen, weil ich in meiner Wut wahrscheinlich mal locker zehn Pferde überzogen hätte, statt heute zu sagen, ach guck mal, so ist das gerade, macht mich traurig und dann kann ich es auch wieder lassen. Ich glaube ja, dass ganz viele Männer wenig Zugang haben zu ihren Gefühlen und ich glaube, das gibt in uns eine Konditionierung, also auch so eine Nicht Wein Konditionierung. Und Gott sei Dank löst sich das ein bisschen auf.
Mir löst sich gerade zu viel auf, muss ich gestehen. Also mir würden gerade die jungen Männer zu feminin. Ich finde, die werden zu früh kommen, Die in dieses alles verstehen fühlen, sind für die Frauen häufig eher so Ansprechpartner, aber keine Männer mehr. Also ich weiß, kriege ich wahrscheinlich wieder irgendwas an den Hals geschmissen, deswegen mir scheißegal. Ich glaube, dass es gut ist, wenn wir Männer unsere Maskulinität erstmal kapieren und wahrnehmen und dazu darf auch das Gefühl gehören, darf auch das Weinen gehören, aber mir gehen gerade viel zu viele, gerade junge Männer, immer die feminine Energie und haben einfach keine Haare mehr am Sack und sind deswegen keine gestandenen jungen Männer mehr, weil auch, glaube ich, Rollenbilder fehlen, die so eine gesunde Männlichkeit vermitteln. Und bei dem Titel, Wann ist ein Mann ein Mann? Aus meiner Sicht kann man da nur, kann man nur ganz viel Kritik auslösen. Das wird auch mit dem Podcast hier wieder so sein. Scheiß drauf. Ein paar Leute müssen auf Farbe bekennen. Ich glaube, dass es gut ist, wenn wir unseren Männern, jungen Männern helfen, erstmal in ihre Männlichkeit zu kommen und sehr gerne parallel dazu die weiblichen Teile, die sie auch hier haben, du und ich haben ja auch weibliche Anteile, mitentwickeln, aber dieses Primäre, dieser super verständnisvolle, der seine Gefühle super zeigen kann, aber gar nicht mehr für mich ein gestandener Mann ist, das vermisse ich gerade sehr. Ich halte das für eine vollkommene Fehlentwicklung in der Männerwelt. Ich verurteile dafür auch diese woke Beziehung, die alles versucht irgendwie gerade zu machen und tausend Dinge kriegen den Namen und alles ist verständnisvoll. Ich glaube, dadurch erleiden wir einen Identitätsverlust.
Bin auch schwer am Überlegen, das zu einem Thema in meinem Buch zu machen, auch wissend, dass das nicht der Zeitgeist ist, aber das ist das, was ich vermittel. In meiner gesunden Männlichkeit gehört, wer bin ich denn als Mann? Dazu gehören auch für mich männliche Attribute und gleichzeitig auch mir zu erlauben, dass ich andere Attribute habe, zu denen super gerne, ob das die Emotionalität oder das Weinen gehört, Dazu haben wir 0 abgesprochen und ich weiß auch gar nicht, wo das gerade bei mir herkommt. Aber wie ist denn deine Position dazu? Und sehr gerne, widersprech mir.
Ich glaube, ich bin da manchmal zu sehr alleine in meinem Gedankenpalast.
[00:22:07] Speaker A: Also das Thema ist wirklich eine sehr große Herausforderung, auch bei uns im Verein, im MKP Umkreis.
Wir haben da viel Konfrontation und auch viel Diskussion.
Ich bin da wirklich eher sehr diplomatisch. Für mich ist unser Männerkreis, unsere Männerrunde, die wir in Wiesbaden haben, ein Ort und eine Plattform, in der sich Männer zeigen dürfen und zeigen können. Wir sind eine Männergruppe. Wir haben Männer bei uns in der Gruppe und das ist auch der Rahmen, den ich ja so genieße.
Wenn ich jetzt mal nur schaue in mein Leben, in meine Vergangenheit, ich habe eigentlich mehr weibliche Beziehungen und Freundschaften als männliche und ich glaube auch, dass bei mir wirklich der männliche Anteil quasi ein bisschen vernachlässigt wurde.
Also da ist der Sascha der Helfer, der Retter. Der kommt dann immer für die Frau ist er immer da, ist immer höflich, er ist immer nett, er macht die Tür auf und er holt jemanden ab, er bringt jemanden weg und er schaut auch immer, dass es jemanden gut geht. Weiblich natürlich auf der das war Nice Guy. Ist das 100 Prozent? Ja, ich bin auch ein Nice Guy. Volltreffer. Ja, gehen übrigens auch Grüße raus an Johannes. Die Nice Guy Challenge habe ich auch schon dieses Jahr gemacht.
[00:23:27] Speaker B: Johannes Link ist ein ganz toller Trainer, gerade für das Thema Nice. Ich mache dir mal gerne ein bisschen Werbung. Also wenn du gerade merkst, wow, das ist ein Thema für dich selber, für deinen Sohn, für einen Freund. Der Johannes Link, der lebt in Wiesbaden,
[00:23:40] Speaker A: glaube ich in Mainz.
[00:23:41] Speaker B: In Mainz hat ein eigenes Training für dieses Thema entwickelt, von dem jetzt auch mehrere Leute schon aus unserem Umfeld gemacht haben, können wir sehr empfehlen, sich dem Thema mal anzugucken, weil der Nice Guy ist auch ein bisschen gearscht im Leben.
[00:23:55] Speaker A: Auf jeden Fall, natürlich.
[00:23:57] Speaker B: Warum ist der gearscht aus deiner Sicht?
[00:23:59] Speaker A: Naja, weil er quasi überall der Best Buddy ist und am Ende, wenn er dann Hilfe braucht, quasi alleine da steht und dann ist niemand für ihn da und verbiegt sich für ihn und lässt alles liegen und stehen.
Und natürlich auch im Beziehungsstatus hat er in Nachteil und da kann ich ja selbst aus quasi aus dem eigenen Nähkästchen sprechen.
Die Beziehungsprobleme zu Frauen, also in der Partnerschaft, die bringt es natürlich dann auch mit, dass man als Nice Guy für eine Frau unattraktiv wird.
Man hat einfach nicht die von dir angesprochene Männlichkeit und vor allem auch diesen Zack darauf auch mal Entscheidungen zu treffen, sondern immer nur so, ja, wenn du magst, machen wir das und dann wurde das auch Grüße gehen auch raus an meine Frau.
Auch für sie langsam langweilig und uninteressant, wenn der Sascha die ganze Zeit Zeit nur auf dem Sofa sitzt und naja, wenn du das machen willst, machen wir das und wenn du willst, dann ja, okay, dann passt es auch schon.
[00:24:59] Speaker B: Also es ist sowas von Wasser auf meine Mühlen. Ich muss jetzt gucken, dass ich meine Emotionalität gebremst kriege, weil ich davon felsenfest überzeugt bin. Ich glaube, wir haben mit dem Johannes, habe ich auch einen Podcast gemacht zum Thema Nice Guy.
Die Mädels quatschen mit dem Nice Guy ins Bett gehen sie mit einem Kerl.
Ist etwas überspannt, aber ich mag ganz gerne so Provokationen zu arbeiten und ich fand das auch. Ich glaube, dass die Frau ein Anrecht hat auf ein echtes Gegenüber und dass das hilft, genau wie wir umgekehrt auch jemanden haben, der uns weiterbringt im Leben. Und so ein verständnisvollen Allesakzeptierer ist kein Gegenüber.
Das ist eher Achtung, brauchst mir nicht schreiben, ich lösche die Mail, ist eher Modell Lappen.
Also und es tut uns schon gut, wenn wir Männer auch bestimmte Orientierungspunkte bilden, Leuchtturme sind in der Welt und auch Verantwortung übernehmen. Das heißt überhaupt nicht, dass wir dominieren, bum bum bum, aber eine eigene Position haben. Ich habe eine unglaublich starke Frau, aber ich bin natürlich ihr auch ein Gegenüber. Und wir haben da schon häufig drüber gesprochen. Wir sind seit 23 Jahren zusammen. Ich weiß gar nicht, wie viele Typen Carina schon hatte, aber die meisten hat sie vom Hof gejagt.
Das waren ja keinen Gegenüber. Und das ist ja sowieso eine Entwicklung. Ich erlebe sehr viel Selbstbewusstsein bei den Frauen. Da tut sich unglaublich viel Schönheit auf. Wir haben Netzwerk, da haben wir bestimmt, weiß ich nicht, 10, 15 Frauen Hammergeräte, sage ich mal. Sie sind klug, die sind schön, die stehen für sich und ein Teil von denen hat keinen Mann, weil sie. Wir finden kein Gegenüber.
Das heißt, ich glaube, es ist Zeit, dass wir da mal nachholen, wir Männer, und auch wieder uns auf das besinnen, was ist denn eine Männlichkeit? Und da geht es gar nicht darum, das so zu erreichen, damit wir wieder paarungsfähig werden für die, sondern für uns selbst mal ein Stück zu gehen. Und jetzt ist natürlich immer die Gefahr, in so einen Definitionszwang zu kommen. Ich glaube, das muss jedermann für sich selbst definieren. Nur dazu muss man in die Reflexion einsteigen.
Und in die Reflexion steige ich nicht ein, wenn ich mir keinen Raum dafür nehme. Und ich glaube, dafür ist die Männerarbeit super geeignet. Was für ein Mann will ich überhaupt sein? Und es ist ja nicht so, dass wir bei MKP eine Schablone haben, wo wir sagen, du brauchst da eine 8, du brauchst da eine 7, brauchst da eine 6 fuck it. Ne, haben wir nicht, sondern wir helfen, dass ein Mann rauskriegen kann, was für eine Art Mann will ich denn sein in diesem Leben? Und da dürfen wir Abweichungen haben, weil wir natürlich auch unterschiedliche Geschichten haben.
Ich merke nur, die Rolle des Vaters sollte eine prägende sein, ist aber für viele von uns keine. Wir haben einen nicht präsenten Vater vielleicht oder einen Vater, der selber mit der Emotionalität am Kämpfen war. Also zum Teil hatten wir einfach beschissene Rollenvorbilder.
Und wenn wir nicht den gleichen Kack an unsere Kinder weitergeben wollen, dann müssen wir halt die Aufgabe machen. Und dann müssen wir uns unseren Themen stellen, damit wir Männer sind, an denen sich unsere Söhne orientieren können. Und ja, so kann ich meine gesunde Männlichkeit entwickeln. Und dazu gehört auch mal, den Frauen nicht zu gefallen. Also es gibt echt Teile, wo ich denke, ja, scheiß drauf.
Wir müssen auch nicht alles zusammen machen. Es gibt ein Teil, ich mache Männerurlaube, weil ich das liebe. Ich bin jetzt demnächst in Baku, Aserbaidschan wieder mit einem meiner besten Freunde. Da pennen wir irgendwie in einfachen Hotels. Wir wissen nicht, was wir morgen machen. Geil, meine Frau kann mit null anfangen und findet aber toll, dass ich es mache. Und dann ist es halt getrennte Zeit, die wir verbringen.
Das sind die Sachen, wo ich meine, es ist gut, wenn wir für uns selbst sorgen. Ich bin ein ganz großer Anhänger von dem Thema Selbstfürsorge. Gibt es einen eigenen Podcast von mir, hunderte Mal gehört. Den halte ich für einen der besten, den ich überhaupt gemacht habe, weil da deutlich Wir sind für uns verantwortlich.
Meine Frau muss nicht dafür sorgen, dass ich glücklich bin. Ich freue mich, wenn sie einen Beitrag dazu leistet, Aber das ist nicht ihr Job, es ist mein Job. Aber dazu muss ich wissen, was ich brauche. Um zu wissen, was ich brauche, muss ich erst mal wissen, wer bin ich?
Und diese Kausalkette, die glaube ich, dafür ist halt Männerarbeit. Ich wünsche mir, dass ich mal einen besseren Begriff finde. Ich finde, der klingt immer noch wie Wollsocken tragen, einfach Scheiße. Aber am Ende ist es das Persönlichkeitsentwicklung für uns Männer. Hoffentlich finden wir irgendwann mal einen besseren Begriff.
Und wo wir ein Umfeld haben, in dem wir mal angucken können, was will ich eigentlich für ein Typ sein?
Ich würde gerne dich noch fragen, was hast du denn dort nicht gefunden? Also gibt es Enttäuschungen? Was kann so eine Männerbeit nicht leisten, wo du denkst, ach guck mal, ich dachte, das können die auch.
[00:29:33] Speaker A: Also erst möchte ich einfach noch mal kurz ergänzen, dass die Themen, die wir jetzt hier gerade auch haben, die sind natürlich alle immer individuell zu betrachten. Wir sind ja nicht schwarz weiß an der Stelle.
Und unsere Männerarbeit, die wir haben, die ist für mich die Hilfe zur Selbsthilfe.
Du hast es gerade gut gesagt. Es gibt keine Schablone. Es gibt einen kleinen Rahmen, der vorgegeben ist für die gemeinsame Arbeit, das Miteinander. Wir haben Rituale, auch das.
[00:30:03] Speaker B: Oder was meinst du mit Rabbi? Ich will nur das ein bisschen deutlich machen, weil du kannst sein, wie du willst. Jedermann ist bei uns willkommen.
[00:30:08] Speaker A: Ganz genau, ganz genau. Und die Männer, die in diesem Kreis teilnehmen, dienen einfach nur dazu, dass ich zu mir komme, dass ich für mich gehe, dass ich für mich einstehe, dass ich mich erkenne, dass ich mich finde. Da ist aber keiner, der mir einen Ratschlag gibt oder sagt, mach doch das mal, probier doch das mal. Das ist noch nie geschehen. Das passiert dort nicht. Und das ist ja auch nicht der Sinn und Zweck dieser Arbeit, sondern diese Arbeit dient mir dazu, dass ich mich finde. Das ist noch ein ganz, ganz wichtiger Part und Punkt. Und wenn du sagst, was finde ich dort nicht, dann ist es genau das.
Jemand, der mir meine Arbeit macht, also jemand, der du kommst mit der nicht mehr klar verlass sie doch einfach. Du findest den Job doof, kündige ihn doch einfach. Du hast einen Stress mit deiner Mutter, ruf sie doch einfach nicht mehr an. Nein, das ist das, was es dort nicht gibt.
Und wenn man Suchender ist und als ich mich noch nicht mit mir selbst beschäftigt habe und ich war Suchender, habe ich immer gehofft, dass da jemand kommt und Sascha, mach mal Sascha, schau mal hin, guck mal da den Weg gehen, links rum abbiegen und mit jedem Termin mehr, in dem ich mich mit diesen Männern verknüpft habe. Und das ist ja auch die Magie dahinter. Es passiert ja nicht nur an diesem Männerabend, an dem wir uns alle 14 Tage treffen, sondern es entsteht ein Netzwerk. Verbindungen.
Man geht gemeinsam in die Sauna, man macht Waldbaden.
Holotrophes Atmen sind Dinge, die auf einmal in mein Leben getreten sind, mit denen ich vorher noch nie was zu tun gehabt habe.
[00:31:40] Speaker B: Und zwar alles als Angebote. Es gibt kein Muss, alles Angebote, alles freiwillig.
[00:31:44] Speaker A: Aber die Neugier kam bei mir von alleine, dass ich gesagt habe, ich möchte das ausprobieren, weil die Begeisterung des Mannes über dieses Thema hat mich angesteckt. Finde ich interessant. Dann probiert man es aus, Dann stelle ich für mich fest, nö, das war es jetzt nicht, brauche ich nicht mehr.
Und bei dem nächsten sage ich wieder, oh, das gefällt mir, da möchte ich gern tiefer hinschauen. Nice Guy Challenge war das beste Beispiel.
Ich habe von Männern erfahren, die das gemacht haben und gesagt haben, dass es für sie wirklich ein Gamechanger war, 30 Tage lang jeden Tag den Aufwand, die Arbeit im Alltag mit Beruf, Familie, Leben noch zu integrieren und die Zeit aufzubringen und das auch zu machen, konnte ich mir gar nicht vorstellen. Und dann auf einmal war der Punkt gewesen, wo ich gesagt okay, jetzt ist der Augenblick, ich melde mich an.
Und dann habe ich an der Challenge teilgenommen und habe das 30 Tage durchgezogen, jeden Morgen und jeden Abend.
Und das passiert dann automatisch wie in einem Flow. Ich habe es mir ja nicht ausgesucht. Also ich bin in diesen Kreis eingetreten, um als Hilfesuchender zu schauen, was gibt mir dann das Leben noch außer Arbeiten?
Und dann passieren solche wunderbare Erlebnisse, also wirklich tolle Erlebnisse.
[00:33:05] Speaker B: Ja, bin ganz still, kann das gut hören.
[00:33:10] Speaker A: Und wir haben ja auch Möglichkeiten, uns über MKP fortzubilden, weiterzubilden.
[00:33:15] Speaker B: Es gibt mehrere Seminare, wir haben eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Ich glaube, ich mache jedes Jahr mal locker ein bis zwei zusätzliche Seminare und bin jetzt mittlerweile ja was ja jeder darf nach einer gewissen Zeit auch im Trainerstab und mache bestimmt ein bis zweimal als Trainer, wo ich heute die Arbeit weitergebe, war jetzt gerade erst in Irland als Trainer alles ehrenamtlich. Ich zahle den ganzen Kack selbst wie jeder andere auch. Da bin ich keine Ausnahme und engagiere mich da, weil ich glaube, es ist ja tatsächlich, wir haben diesen Satz, ja, wir machen die Welt besser, ein Mann nach dem anderen. Ich glaube daran, ja, ich auch. Und das. Und wenn es nur meine kleine Welt ist. Also ich glaube, in meinem Feldmen, Menschen, mit denen ich arbeite oder in Kontakt bin, gibt es halt immer mehr aus der Männerarbeit. Nicht alle sind bei MKP, gibt auch wunderbare andere Institutionen, aber es ist ein anderes Bewusstseinsfeld. Und ich habe zum Teil, wie soll ich sagen, gar keine Lust mehr in Männerkreisen zu sein, wo es mir auf Dauer zu dumpf ist. Was will ich damit sagen, ich bin ja Fußballfan, ich liebe das, aber es ist für mich schwer erträglich, drei bis vier Tage in so einer Runde zu bleiben. Einen Tag super, ich hau mir die Birne weg, ich beleidige den Schiedsrichter, bevor er auf dem Platz ist.
Alle möglichen Sprachen, schlimme Schimpfwörter, alles in Ordnung. Aber es ist für mich kein Dauerzustand mehr. Ich kann das auf Dauer kaum aushalten, weil ich merke, Leute, da muss doch noch mal ein bisschen mehr sein.
Und das ist für mich auch eine schöne Erkenntnis. Also die Männerbeit hat in mir so eine Sehnsucht gestillt nach echter Verbindung und nicht mehr nach Pappmaché fressen.
[00:34:54] Speaker A: Geht mir wirklich an der Stelle auch so. Ich nutze auch die Möglichkeiten der Fort und Weiterbildungen, diese Wochenenden, die werden alle, wie du schon gesagt hast, durch viel Eigeninitiative gebracht und durchgeführt. Und das ist wirklich ein Reset aus dem Alltag für mich rausziehen in quasi Container, der mit Sicherheit mir das gibt, was ich benötige und brauche, um mich zu entwickeln und zu wachsen vor allem. Und es ist fantastisch, was man für tolle Menschen da draußen trifft, was wir, ich rede jetzt nur von Deutschland, weil wir sind ja als MKP deutschlandweit unterwegs. Natürlich haben wir auch immer Gäste aus anderen Ländern, was wir für tolle Männer haben da draußen. Wie schön, davon brauchen wir noch viel, viel mehr. Und du hast richtig gesagt, Mann für Mann.
[00:35:44] Speaker B: Ich gucke gerade, welchen Aspekt wir noch Fühlt sich für mich alles schon so stimmig an.
Jetzt bist du ja sogar in die Leitung gegangen. Also wir sind ja ehrenamtlich und gleichzeitig wählen wir immer aus unserer Mitte ein bis zwei Menschen, die diese Integrationsgruppe igroup eine Zeit lang für uns mit organisieren, leiten.
Was hat dich denn da bewogen, diesen Schritt zu gehen?
[00:36:14] Speaker A: Ich hatte Angst, dass diese I Group sich auflöst.
Es war gerade eine Veränderung in dieser Männer, die diese Leiterschaft innehatten, haben ihr Amt niedergelegt. Es wurden Nachfolger gesucht. Es gab keine wirklich bekennenden Nachfolger.
Wir haben dann versucht in der Gruppe einen Mann zu finden, der diese Arbeit übernimmt, diese Koordinationsrolle für die ICO.
Und ich hatte wirklich, ich bin ja ganz frisch erst dabei, also im dritten Jahr und dann schon seit einem Jahr jetzt in der Leiterschaft drin und habe halt gemerkt, okay, ich möchte was zurückgeben und ich möchte vor allem eins, dass wir diese i Group, diese diese Männergruppe am Leben halten, weil ich ja weiß aus der Vergangenheit heraus, dass auch gerade diese Zeit mit der Corona Pandemie diese diese diesen Kern von Männern gesprengt hat. Viele Männer sind danach einfach gar nicht mehr gekommen.
Die sind einfach in anderen Aufgaben vielleicht untergegangen Und dann war die Gruppe auf einmal viel kleiner gewesen als noch zuvor. Und dann hatte ich so das Bedenken gehabt, okay, wie komme ich da rein? Und dann ist auch da wieder der Punkt gewesen, ich hatte an keiner Stelle Angst davor gehabt, dort in die Leiterschaft zu gehen, weil alle Männer immer gesagt haben, du bist ja nicht allein.
Also wir sind ja immer da. Also wir sind immer da. Wir stehen immer bei dir hinter dir oder wenn wir es brauchen, auch vor dir.
Du kriegst den Hut auf, mach das, wir begleiten dich. Und ich mache es ja auch in Wiesbaden nicht alleine. Ich habe es ein Jahr lang mit noch Andreas gemacht und mache es jetzt zusammen ein Jahr mit dem Christoph zusammen. Wir haben eine Viererspitze, wir haben noch zwei inoffizielle Teilnehmer, die noch mit denen wir uns auch einmal im Quartal treffen, um halt Treffen zu organisieren, organisieren Männerfrühstücke oder Waldspaziergänge oder Saunagänge. Und da ist dann noch der Thorsten mit dabei. Also sind wir quasi wir vier, Andreas, Thorsten, Christoph und ich, die dafür sorgen, dass wir uns vernetzen, die Männer bei Laune halten und den Spaß reinkriegen und natürlich auch schauen, dass wir die angrenzenden, wie zum Beispiel Mainz oder Mannheim und Frankfurt auch mit ins Boot nehmen und wir uns eigentlich eher so als Group Rhein Main sehen und gibt jetzt auch eine neue WhatsApp Gruppe, ganz neu, ganz frisch mit einem Wandertag, der geplant wird mit anschließender Sauna. Und da können Männer dann freiwillig teilnehmen und einfach aus dem Alltag ausbrechen und in die Selbstbegegnung gehen.
Fantastisch.
[00:38:51] Speaker B: Ich glaube, wir kommen so langsam zum Ende und das ist mir echt anliegen, dich sehr zu ehren für dein Engagement.
Ich glaube, dass es Männer braucht, die aufstehen und in die Leiterschaft gehen.
Ganz häufig glauben wir Männer, ja, das ist der falsche Moment. Ich bin noch nicht so weit. Ich weiß nicht, ob der jemals kommt, aber vielen Dank, weil da draußen sind ja noch ganz viele Saschas, die denken, was ist denn das hier für ein sexueller Verein mit Religiosität und Sekte?
Und es braucht die Saschas für die Saschas. Also es braucht die die Leiterschaft, damit die anderen irgendwann kommen können. Ich brauche auch diese Podcasts, damit andere hö oh, komisch, denke ich übrigens, alles das Gleiche. Und vielleicht sollte ich auch mal hingehen, weil ich davon überzeugt bin, dass wir einen Unterschied in der Welt machen.
Sicherlich für die Gesellschaft, aber auch für uns selber. Also ich bin von mir überzeugt, dass mein Leben besser ist, als wenn ich nicht diese Männerarbeit begonnen hätte. Und für mich gab es ja auch die Saschas der Welt, die da waren, damit sie irgendwann mal den Staffelstab an mich und an dich weitergeben können. Insofer erstmal ganz, ganz vielen Dank für dein Engagement und für dich in den Dienst stellen, weil das ist es. Das ist Dienerschaft.
[00:39:59] Speaker A: Dankeschön.
[00:40:03] Speaker B: Möchtest du, lass uns schließen. Gibt es etwas, was du noch mit den Zuhörerinnen, den Zuhörern mit auf den Weg geben kannst? Es gibt ja Frauen, das ist immer ganz witzig, die mir dann schreiben, sagen Mensch, mein Mann sollte das auch mal machen. Also und dann gibt es Männer, die sich dann melden. Also es gibt ja beide in der Zielkundschaft, die jetzt hier uns hören. Was möchtest du denn noch abschließend ins Mikro geben?
[00:40:26] Speaker A: Ja, die größte Herausforderung ist, dass wir Männer nicht zu ihrem Glück zwingen können, genauso wie bei mir. Ich habe Jahre gebraucht, um auf diesen Weg zu gehen. Der Mann muss schon wirklich, und da rede ich wirklich von, müssen den Mut aufbringen und den ersten Schritt dafür gehen und es sich wenigstens mal anschauen. Und wenn er dann sagt, oh, das ist mir alles zu komisch, dann kann er ja mit seiner Erfahrung gehen und okay, ich habe es mir aber angeschaut Und das brauchen wir, diesen ersten Schritt. Mut und einfach mal machen.
[00:41:07] Speaker B: Ich wünsche dir, wenn du den Podcast jetzt hörst, dass du diese Energie im Raum spürst und diese Verbindung.
Sascha und ich haben den 0 geübt und gleichzeitig fühle ich gerade so eine richtige Herzensverbindung.
Und ich finde das wunderbar, dass wir Männer so miteinander reden können. Und wenn du merkst, das interessiert dich irgendwie auch und bei allen Zweifeln, die du vielleicht hast und wie viel alter Sascha noch in dir jetzt gerade steckt, wo du sagst, mal gucken, was das da wirklich ist. Es ist die Einladung. Ich glaube, es gibt sehr, sehr viele tolle Männer da draußen, die Männer arbeiten, unterschiedlichste Zirkel anbieten. Eine große Institution ist MKP. Es gibt aber auch andere Mach dich auf den Weg und find die richtige Institution, die zu dir passt. Aber wir können dir beide Das lohnt sich für dich, für deine Kinder, für deine Beziehung, für den Job. Also ich wüsste keinen Bereich in meinem Leben, den es nicht verbessert hat. Sascha, dir herzlichen Dank für die Zeit. Wir machen heute Abend Männergruppe hier bei mir in Idstein. Wir machen machen eine große holotrophe Atmung zusammen. Auch alles mal wieder kostenfrei, weil genauso agieren wir untereinander. Wir schenken uns Momente des Wachstums und dann werden wir gegen 21 Uhr wahrscheinlich noch zu einem Abendessen zusammensitzen und noch ein bisschen Männerzeit verbringen mit Lachen, vielleicht Weinen und all den Emotionen, die uns da befügen. Auf jeden Fall wird uns der Abend gut tun. Und wenn dich das alles interessiert, es gibt MKP Deutschland, da liest du alles zu uns auf der Webpage. Und ansonsten gibt es auch noch andere Männergruppen und du kannst natürlich dich auch jederzeit an mich wenden, Was auch immer.
Geh da nach draußen, wachse und schau es dir wenigstens mal an.
Bis dann, wir hören uns. Tschüss Sascha.
[00:42:51] Speaker A: Dankeschön. Die Reise geht weiter.