Mann! Farid Podcast 91: Führen unter Druck – mit Brigadegeneral Axel Hardt

September 11, 2025 00:59:55
Mann! Farid Podcast 91: Führen unter Druck – mit Brigadegeneral Axel Hardt
MANN! Farid – Der Männer-Podcast für ein erfülltes Leben
Mann! Farid Podcast 91: Führen unter Druck – mit Brigadegeneral Axel Hardt

Sep 11 2025 | 00:59:55

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Show Notes

Mann! Farid Podcast 91: Führen unter Druck – mit Brigadegeneral Axel Hardt

Was bedeutet es, in einer Welt voller Unsicherheiten, voller Krisen und komplexer Anforderungen, täglich Verantwortung für Tausende von Menschen zu tragen?
In dieser besonderen Folge des Mann-Farid-Podcasts spreche ich mit einem Mann, der genau das lebt: Brigadegeneral Axel Hardt, Kommandeur der Panzerbrigade 12 der Bundeswehr.

Unter seinem Kommando stehen rund 5000 Soldatinnen und Soldaten – Frauen und Männer, die ihm folgen, vertrauen, auf seine Entscheidungen angewiesen sind. Menschen mit Biografien, mit Ängsten, Hoffnungen, mit Familien. Und mitten in diesem System: ein Mann, der führen muss – und führen will.

Aber was heißt das eigentlich – führen?
Wie bleibt man in einer solch verantwortungsvollen Rolle bei sich selbst?
Wie gelingt es, Haltung zu zeigen, wenn jede Entscheidung Wellen schlägt?
Und wie viel Mensch darf, wie viel Mensch muss in einer solchen Position überhaupt spürbar sein?

Axel Hardt gibt einen tiefen Einblick in das Spannungsfeld zwischen Befehl und Vertrauen, zwischen Autorität und Menschlichkeit.
Er erzählt von der Realität hinter der Uniform, von Momenten der Überforderung, von Klarheit und Zweifel, von der Verantwortung, sichtbar zu sein – nicht nur fachlich, sondern vor allem auch menschlich.

Dieses Gespräch hat mich selbst überrascht. Es zeigt, wie sehr Führung heute neu gedacht werden muss – auch in Systemen, die auf Disziplin und Gehorsam beruhen.
Denn Axel ist keiner, der mit dem Säbel rasselt. Er ist ein Zuhörer, ein Beobachter, einer, der Entscheidungen trägt – aber sie nicht leichtfertig trifft.
Und er ist einer, der auch sagt: „Ich weiß nicht alles. Aber ich bin bereit, zu lernen.“

Genau das macht ihn so spannend.
Denn in einer Zeit, in der viele laut schreien, sich inszenieren und behaupten, ist er ein Mann, der verantwortlich lebt. Der zeigt, dass wahre Stärke leise sein kann – aber niemals unklar.
Dass Führung heute nicht heißt: Ich bestimme.
Sondern: Ich bin bereit zu tragen. Für andere. Mit anderen.

Diese Folge richtet sich an alle, die in irgendeiner Form führen – im Unternehmen, in der Familie, im Team oder im eigenen Leben.
Sie ist ein Plädoyer für eine neue Art von Männlichkeit, für eine neue Form von Stärke – und für den Mut, sich auch in herausfordernden Rollen nicht selbst zu verlieren.

Wenn du also bereit bist für Tiefe, für echte Gedanken und eine Begegnung, die weit über das Thema Militär hinausgeht – dann hör rein.
Denn Führung beginnt nicht beim Titel.
Sie beginnt bei dir.

Diese Folge ist mein Appell an dich, aktiv zu werden und dein Leben bewusst zu gestalten. Du bist deines eigenen Glückes Schmied, und die Chance, dein Leben zu verändern, liegt in deinen Händen. Also: hör auf zu hoffen und fang endlich an zu handeln.

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Farid El-Nomany

 

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Episode Transcript

[00:00:00] Speaker A: Ihr Lieben, herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe meines Man verriet Podcasts. Ihr seht schon heute ein anderer Gast, als ich ihn sonst habe. Wir haben zu Gast Brigade General und Kommandeur der Panzerbrigade 12 Axel Hard. Herzlich willkommen, Axel. [00:00:20] Speaker B: Herzlich willkommen, Farid. [00:00:22] Speaker A: Ich bin total gespannt, weil ich keine Ahnung habe, wo wir hinreisen werden. Und ich hätte auch vor ein paar Jahren nicht gedacht, dass ich noch mal irgendwie zum Thema Armee und Bundeswehr mich reizen würde, einen Podcast zu machen. Aber es ist so, es kommt ja so ein bisschen aus der Reihe Männer in Verantwortung und wir beide kennen uns ja privat und da habe ich ja Der Axel ist ein Mann, der trägt brutale Verantwortung, wenn ich es richtig verstanden hab. 5000 Männer sind unter deinem Kommando. Ich glaube, das ist die richtige Begrifflichkeit. Wie ist das so, morgens aufzustehen mit dem Gefühl, ich verantworte 5000 Menschen. Damit ist ja auch Geld und Material verbunden. Aber bleiben wir erst mal bei den Menschen. Wie ist denn das so? [00:01:10] Speaker B: Die 5000 Frauen und Männer, die ich führen darf, sind erstmal eine Verantwortung, die man spürt, weil man häufig im Mittelpunkt steht. Häufig wird man angeschaut in allem, was man tut, wie man spricht, wie man sich verhält, wie man reagiert, wie wach man ist. Und insofern ist das eine Aufgabe, die einen sehr stark einnimmt und die mein Leben sehr stark dominiert, die ich aber mit großer Freude und auch mit Demut wahrnehme. [00:01:47] Speaker A: Jetzt merke ich gleich, dass ich, wir haben vorhin im Vorgespräch gesprochen, ich war ja vor 40 Jahren bei der Bundeswehr und ich bin nicht ganz sicher, aber ich glaube gerade eben bei der Anmoderation habe ich mit 5000 Männern gesprochen, weil ich noch aus der alten Denke kam. Ich weiß gar nicht, ob es bei uns Frauen, vielleicht gab es schon welche. Aber wie ist denn heute das Verhältnis? Wie Viele von den 5000 sind Frauen? Wie viele Männer? [00:02:08] Speaker B: Also rund 10 Prozent sind Frauen In der Tat. Und auch mit steigendem Umfang ist es so, dass wir Frauen in allen Laufbahnen auch bewerben und wir uns freuen, wenn Frauen sich auch für die Streitkräfte entscheiden. Aber der ganz klar dominierende Anteil ist immer noch die Männer. Und insofern ist es so, dass das natürlich so ist, dass sie überwiegender Anzahl tatsächlich auch Männer sind. [00:02:36] Speaker A: Einer meiner Gedanken, den Podcast zu machen, es gibt verschiedene Themen, die ich auch bitte streifen möchte, ist ja dieses Führen in Verantwortung. Wie lange bist du denn jetzt dabei? Ich frage das mit dem Hintergrund, wie bist du denn an diese Verantwortung rangeführt worden? Weil meistens habe ich ja Industrievertreter hier und die haben ja immer die Schulung für die Rolle danach bekommen. Also die sind meistens irgendwie in Vorstand geworden und haben danach erst Trainings bekommen, wurden dann Vorstandsvorsitzende, haben danach erst Trainings bekommen. Also das Leben hat die vorbereitet, aber nicht wirklich die Schule. Wie ist denn das bei dir in deinem Leben gewesen? [00:03:16] Speaker B: Also es ist so, dass ich persönlich, glaube ich, sehr stark geprägt worden bin durch meine Eltern, die mir ein ganz gutes Koordinatensystem mit auf den Weg gegeben haben. Ich bin auch der jüngste von drei Brüdern und wir sind zwar alle relativ weit auseinander, aber glaube ich, dass so diese privaten persönlichen Voraussetzungen prima waren. Und es ist so, dass die Bundeswehr, ich bin jetzt seit 31 Jahren Soldat, sich sehr viel Zeit nimmt, jemanden auf seine Aufgabe vorzubereiten, indem man jemanden immer wieder wechselnd über Stabsverwendungen führt, in seine Ausbildung investiert, zwischendurch auch noch mal Mitte 30, dann noch mal zwei Jahre jemanden komplett rausnimmt und weiterbildet, die Perspektive erweitert. [00:04:09] Speaker A: Also du warst irgendwie noch mal an der Schule, an der Uni irgendwie an so einem. [00:04:11] Speaker B: Genau, an der Führungsakademie in Hamburg, zwei Jahre habe ich die nationale Generalschaftsdienstausbildung genossen, ich habe in Amerika noch mal studieren dürfen mit Mitte 40 und neben diesen Stabsverwendungen und diesen akademischen Bildungen ist es so, dass die Bundeswehr einen immer wieder über Führungsverwendungen führt, sodass man also nicht von jetzt auf gleich in eine Führungsverantwortung für Frauen und Männer geworfen wird, sondern schrittweise zunächst für 30, dann für 120 dann für 500 Frauen und Männer Verantwortung trägt. Und so ist es eine Mischung, dass man langfristig auf so eine Führungsaufgabe vorbereitet wird, auch Führungserfahrung im Einsatz sammelt, die ich in Afghanistan und im Kosovo sammeln durfte und mit dem, was die Bundeswehr an Zeit investiert hat in mich, fühle ich mich für die Aufgabe, die ich derzeit wahrnehmen darf, wirklich gut gerüstet. [00:05:10] Speaker A: Wann war für dich der größte Sprung? Also wo hast du gemerkt, ach du Scheiße, jetzt wird es ernst bei den ersten 30 Menschen oder später? Kannst du das für dich noch, Wir haben ja keine Frage vorbereitet Deswegen ist auch vollkommen okay, wenn du sagst, keine Ahnung. [00:05:27] Speaker B: Der größte Sprung war eigentlich tatsächlich, als ich zum ersten Mal für Personal verantwortet war. Damals waren das in der Grundausbildung, habe ich eine Grundausbildungsgruppe geführt. Das waren zwölf Männer damals noch, um die ich mich kümmern durfte, für deren Ausbildung ich verantwortlich war und wo meine Aktion eine Reaktion hervorgerufen hat. Und das war für mich eine tolle Erfahrung, wo ich ganz viel mitgenommen habe. Das war damals in Bad Salzungen so, dass diese Männer, die aus dieser Gruppe standen, ein wild zusammengewürfelter Haufen war und am Ende dieser drei Monate Grundausbildung war. Das eine Einheit, die Kameradschaft gelebt haben, denen ich vermitteln konnte, welche Bedeutung Kameradschaft hat und denen ich auch in der Grundausbildung vermitteln durfte, dass nur weil sie glauben, dass sie körperlich nicht mehr können unter Belastung, dass ihr Kopf dann aber noch viel, viel weiter kann und dass jemand da über seine Grenzen gehen kann. Und das war für mich eine sehr, sehr prägende Erfahrung. [00:06:33] Speaker A: Das klingt jetzt ich muss mal gucken, dass ich das ein bisschen aus der blumigen Sprache raushole, als klingt die Leute, die körperlich ganz schön am Arsch waren und gleichzeitig aber von dir die Motivation mitbekommen haben. Das ist noch nicht das Ende, sondern da geht es noch ein Stückchen darüber hinaus. [00:06:49] Speaker B: Genau so ist es tatsächlich, dass ich zum einen natürlich animiere, über diese Grenze hinauszugehen untereinander, aber auch sich gegenseitig anzufeuern, weil es natürlich auch ganz Leistungsstarke gibt und auch Leistungsschwächere. Und dass sie aber als und das zeichnet aus meiner Sicht auch uns als Bundeswehr aus, dass dieser Begriff der Kameradschaft und des Füreinander Einstehens auch dann, wenn man meint, jetzt geht es nicht mehr, das unterscheidet uns eben. Und das durfte ich da erleben, dass neben der Motivation durch mich als der Führer dieser Gruppe, sie auch untereinander füreinander eingestanden haben und füreinander sich motiviert haben und viel weitergekommen sind, als sie es ursprünglich von sich selbst gedacht hatten. [00:07:26] Speaker A: Auf das Thema Kameradschaft komme ich mal zu. Ich habe mir Wow, vor kurzem war ja der Andreas Burkhardt hier der Chef von Tewa. Ich würde tippen, dass der Ähnliches sagen würde, wie er versucht mit seinen Leuten umzugehen. Jetzt gucke ich noch was Neues. Ich bin ja in der Männerarbeit aktiv und manchmal darf ich so kleine Teams führen und ich behaupte, bei so 10 Leuten die ich mit anleiten darf, finden mich schon ein bis zwei Scheiße, bevor ich überhaupt richtig angefangen habe. Die mögen meine Haare nicht, meine Nase nicht, meine ersten Worte nicht. Also was ich spannend finde für mich selbst, wie gehe ich mit Ablehnung, um zu spüren? Und ich übertrage das jetzt mal. Jetzt bist du natürlich um einiges sympathischer als ich, aber dennoch, bei 5000 Leuten würde es einen minimalen Prozentsatz geben, die morgens schon oh, der Herr General, der geht mir vielleicht auf den Sack, den mag ich jetzt schon nicht. Was ich so wichtig finde, ist, ich glaube, dass uns das allen im Leben begegnet. Deswegen die Frage ist jetzt an dich gerichtet, aber jede Führungskraft draußen kennt, die jede Führungskraft kennt, dass man abgelehnt wird zu Recht oder Unrecht. Meistens hat es ja mit eigenen Übertragungen zu tun. Die mögen ja nicht den den Achseln nicht, sondern irgendwas am Achsel, die Pläd, weil er an den Vater erinnert oder den Ton, weil er an die Mutter erinnert oder you fucking name it. Wie gehst du denn mit Ablehnung um? Oder bist du vorbereitet darauf? Ich glaube, ihr habt ja auch ein Coaching. [00:08:47] Speaker B: Ja, also tatsächlich ist es so, dass wir in der Bundeswehr ab einer gewissen Ebene auch ein Coaching nutzen dürfen. Ich habe das zweimal gemacht, habe das als sehr positiv empfunden, weil es natürlich auch mir eine andere Perspektive aufzeigt. Und Ablehnung bei der Größe des Verantwortungsbereiches, die muss man akzeptieren. Und es ist so, dass ich sage, ich bin nicht dafür da, von allen gemocht zu werden, sondern ich bin dafür da, die Organisation zu führen und die Richtung vorzugeben, Entscheidungen zu treffen. Und das ist aus meiner Sicht meine Aufgabe. Und für mich bedeutet Führung auch den Mut, Entscheidungen zu treffen, absolut auch mal was nicht zu machen. Und Führung heißt für mich eben auch, wie bin ich in der Lage, diese Entscheidung zu kommunizieren, nämlich sowohl nach oben zu meinen Vorgesetzten, zur Seite, aber auch nach unten in meinen unterstellten Bereich. Und wenn jemand damit nicht einverstanden ist, was für Entscheidungen ich treffe, dann ist das nachvollziehbar, weil häufig Entscheidungen eben zum Nachteil von Individuen sind. Aber es gehört eben mit dazu. Und wenn ich Zeit habe, dann, und das ist überwiegend der Fall in dieser Phase, in der wir uns jetzt noch befinden, dann bin ich hoffentlich auch in der Lage, nachvollziehbar Entscheidungen zu kommunizieren. [00:10:09] Speaker A: Wenn ich jetzt die Augen zumachen würde und gar nicht wüsste, welchen Gesprächspartner ich habe, würde ich nie auf die Idee kommen, dass ich hier mit einem Soldaten gerade spreche. Also das klingt ja für mich und ich glaube dir das, weil wir uns [00:10:20] Speaker B: ja auch kennen, deswegen nehme ich das [00:10:22] Speaker A: so ab, aber nach einem sehr, sag mal fast schon harmonisches falsche Wort, aber schon du guckst einen Entscheidungsprozess, wo ich möglichst früh die Leute mit einbinde. Jetzt ist meine Bundeswehrzeit lange zurück, aber und ich hatte natürlich an einen General haben sie mich nicht rangelassen. Ich glaube, das Höchste, was ich kennenlerne, war Major und die waren schon nicht nur komplett mit mir begeistert, habe ich damals den Eindruck gehabt, dass es viel mehr Law and Order, also eine klare Anweisung und deren Intellektualität ich nicht hinterfragt habe. Also ist das neuer Stil? Es klingt für mich so, als ob es eine andere Welt wäre in der Bundeswehr kann ja auch vielleicht eher dein Weg sein. [00:11:03] Speaker B: Auf jeden Fall ist es der Weg, mit dem ich mich authentisch fühle. Und ich glaube, dass es wichtig ist, dass man vor einer Entscheidung möglichst unterschiedliche Perspektiven hört und wahrnimmt, sie bewegt, reflektiert und das, was wichtig an Führung ist, dass wenn man einmal eine Entscheidung getroffen hat, dass man dann auch mit der nötigen Härte diese Entscheidung erstmal durchsetzt und erstmal Kurs hält. Und ich nenne das immer, irgendwann ist auch Schluss mit Ideen Tourette, sondern dann muss man auch Kurs halten und darf sich erstmal nicht davon abbringen lassen. Und das ist aus meiner Sicht dann, wo man, während man bis zu einer Entscheidung ein möglichst ganzheitliches Bild bekommt von den unterschiedlichen Positionen, dann nach einer Entscheidung erstmal Kurs halten muss und das auch durchsetzen muss. [00:11:51] Speaker A: Also ich liebe jetzt schon das Wort Ideentourette. Das werde ich irgendwie gucken, dass ich das in der Ankündigung mit reinnehme, habe ich noch nie gehört. Wenn ich sensationell, bin ich von überzeugt. Ich glaube, dass sich da Industrie und Bundeswehr und auch andere Bereiche überhaupt nicht unterscheiden. Ich glaube, wenn es eine Entscheidung gibt, die getroffen worden ist, dann gilt es auch die zu implementieren. Und ich weiß gar nicht, welcher Große man das gesagt hat. Ich glaube, es war ein Schauspieler. Lieber eine schlechte Entscheidung getroffen, als keine Entscheidung getroffen, weil das klingt jetzt nicht für jeden sofort nachvollziehbar, aber das Vakuum der Nichtentscheidung führt ja zu Aktivität. Also Leute tun ja dann trotzdem was und das ist ja meistens nicht dienlich und schon gar nicht abgestimmt. Deswegen, ich bin auch ein großer Anhänger, wenn man eine Entscheidung getroffen hat und die trifft man ja immer zu dem Zeitpunkt mit den allen bestmöglichen. Also da würde ich alle Führer der Welt mit reinnehmen, egal wie kritisch ich deren Entscheidung gegenüberstehe. Aber ich glaube, sie versuchen das zu dem Zeitpunkt aus ihrer Denker heraus, mit den bestmöglichen Daten zu einer Entscheidung zu kommen und mit der muss ich ja dann gehen. Und die glaube ich, ist auch Klarheit wichtig. Und das kann ich mir vorstellen, dass das bei der Bundeswehr noch mal wichtiger ist, wie so eine Art Leuchtturm zu sein, weil die Menschen orientieren sich ja auch an einem. Und wenn ich als Führungskraft orientierungslos wirke, streut sich das ja meine komplette Mannschaft ein. Und das schwächt ja nicht nur die Moral, sondern auch die Klarheit, in welche Richtung es geht. Geht das in die Richtung bei dir auch? [00:13:17] Speaker B: Absolut. Also wir werden tatsächlich dazu auch ausgebildet, dass wir in Gefechtssituationen eine Entscheidung unter Druck treffen, in der man nur 80 Prozent aller Informationen verfügbar hat, weil die verbleibenden 20 Prozent der Informationen, um sie zu generieren, zu lange dauern würden. Also lieber treffe ich eine Entscheidung Auf Basis von 80 Prozent der Informationen, als dass ich keine Entscheidung treffe bzw. Die Entscheidung, wenn ich 100 Prozent hätte, was nie der Fall sein wird, dann zu spät kommt. Das ist eine der ganz wesentlichen Ausbildungen, die wir bei uns genießen. [00:13:54] Speaker A: Das finde ich so genial, dass dieses Pareto Optimum, weil für die anderen 20 Prozent bräuchte ich wieder 80 Prozent der Zeit, die habe ich aber nicht. Und das macht für mich häufig den Teil aus Führungskraft und Nicht Führungskraft. Wir haben ja ganz viele draußen, die mäkeln, die kritisieren und hättet ihr doch meistens machen sie das ja in Retrospektive. Also sie gucken zurück, nachdem sie zusätzliche Informationen gewonnen haben. Ja, wie konnte man sich denn so entscheiden? Das sage ich immer, ist Aktienanalyse mit langen Haaren, also rückwärtsgewandt wissen wir alle, welcher Kurs sich entwickelt hat. Im Moment der Entscheidung muss die Führungskraft ja entscheiden und manchmal macht sie einen Fehler. Ja, aber wir dürfen davon ausgehen, dass sie es in der Regel mit den bestmöglichen Optionen versucht hat zu verbinden und dann kann es auch sein, dass sie scheitern. Und das führt mich zum nächsten Punkt. Kennst du Scheitererfahrung aus deinem Leben? Axel? [00:14:46] Speaker B: Es ist so, dass ich zugeben muss, dass ich Fehler gemacht habe und ich bin sehr gut damit gefahren, auch diese Fehler offen zuzugeben. Was auch immer ich meinen Frauen und Männern, die bei mir Verantwortung tragen, auch immer empfehle, dass sie mit Fehlern oder Fehleinschätzungen offen umgehen. [00:15:05] Speaker A: Was heißt das denn nur, dass ich mir in den Alltag gehe. Also du bist jetzt General, das ist ziemlich hoch und dann bist du morgens beim Appell und Jungs, gestern habe ich mich geirrt. [00:15:14] Speaker B: Ja, das heißt, dass ich auf der Ebene, die unter mir Verantwortung führt, das sind die Bataillonskommandeure, die haben Verantwortung um 500 bis 700 Frauen und Männer. [00:15:25] Speaker A: Wie viel gibt es von denen dann? [00:15:26] Speaker B: Also von denen habe ich 12, 10, 10, ja genau. Und denen sage ich dann so, pass auf, ich habe mit der mit der Einschätzung, ich habe zum Beispiel, um ein konkretes Beispiel zu nennen, es ging um Personalgewinnung und ich wollte, nachdem ich die Brigadeführung übernommen hatte, war das Thema oder ist das Thema Personal für mich ein extrem wichtiges Thema und ich hatte eine Entscheidung getroffen, auf Basis dessen alle Bataillone jeden Monat Personal gewinnen sollten. Und diese Entscheidung habe ich mit Macht durchgesetzt, weil ich davon überzeugt war, dass es wichtig ist, es auszuprobieren. Also nicht nur einmal dein Quartal, mach es dein Amt. Genau, weil ich gesagt habe, passt auf Freunde, das ist jetzt mein Wille, wir machen das also nicht nur zum 1. April oder 1. Oktober, 1. Januar, sondern wir machen das monatsweise. Und ich musste, nachdem ich ein Jahr mir das angeschaut habe, feststellen, dass wir damit im Moment nicht den Erfolg erzielen, den ich mir erhofft hatte. Und so habe ich dann meinen Barionskommandieren gesagt und das auch schriftlich fixiert. Achtung, hatte nicht den erhofften Erfolg. Wir machen das nicht mehr in der Intensität, so wie ich das vorgegeben habe. Und das ist eine andere Art. Es ist kein Scheitern, sondern es ist aus meiner Sicht etwas, wo man eine Entscheidung durchsetzt und dann nach einer gewissen Zeit diese Entscheidung, die man getroffen hat, validiert, was sehr wichtig ist. Also der Punkt Kontrolle und Messbarkeit von Entscheidungen ist aus meiner Sicht total wichtig. Und ich feststellen musste, dass es nicht den Erfolg hatte, den ich mir erhofft hatte. Und dann muss ich das auch eingestehen. [00:17:04] Speaker A: Und da kommt es ja immer wieder zur Gretchenfrage, wenn ich jetzt eingestehe, wie nehmen die Leute das wahr? Wecke ich damit Zweifel an mir und meiner Fähigkeit, dass sie bei der nächsten Entscheidung wieder so denken? Und oder aber stärke ich damit das System, weil sie merken, ey, Fehler kann man machen, ich bin authentisch. Ich halte das für so ein ewiges duales System, was ich durch mein Leben auch bei mir selber frage ich mich manchmal gegenüber meinen Kindern zum Beispiel. Ich habe für mich entschieden zuzugeben, wenn ich einen Bock geschossen habe, wenn ich mich fehlverhalten habe. Und dann frage ich mich, also am Anfang, bevor ich damit gestartet habe, macht mich das zu einem weichen Dad, so ein Sabbelhain? Oder aber ist es besser, ich bin ja mit einem ganz anderen Vater groß geworden, also eher Patriarch. Ich glaube, der hat bis heute noch keinen Fehler zugegeben. Ich glaube auch wenn er den Podcast hört, du hast auch keinen gemacht, Vater, bevor wir da in die Diskussion gehen, was mache ich damit in meinem Außenbild? Und ich habe für mich gemerkt, ich muss eine Grundsatzentscheidung treffen, sonst konstruiere ich mir einen Verriet, der ich gar nicht bin. Und ich habe für mich klar entschieden, ich stehe zu meinen Fehlern oder auch zu meinen Schwächen, wo ich merke, wow, da war ich nicht der Mann, der ich sein möchte. Es war aber für mich eine richtige Entscheidung. Also das fiel mir jetzt nicht so leicht, wie ich es vielleicht in diesen 20 Sekunden hier habe schildern können, sondern es war ein innerer Kampf, weil ich mir schon Sorgen gemacht habe, wie ist meine Außenwirkung? Und jetzt bei dir als Soldat, dem ich auch in meiner kindlichen Formulierung mein Leben anvertraue, ist es ja schon mal doppelt wichtig, dass ich in diesen General Hart auch wirklich vertraue. Wie war dieser Weg für dich dorthin? Axel [00:18:43] Speaker B: Als Feedback habe ich eher tatsächlich gesagt bekommen, dass authentischer ist, wenn ich Fehler zugebe, weil es auch, glaube ich, mehr als menschlich ist, weil wir alle jeden Tag Fehler machen und es nicht natürlich wäre, wenn ich nicht auch zugeben würde, dass ich Fehler mache. Und insofern war für mich immer das Feedback viel positiver. Und somit musste auch ich für mich diese Entscheidung treffen, wie ich damit umgehe. Und es gibt einen sehr schmalen Grad, ab welchem Zeitpunkt ich sage, okay, da habe ich jetzt einen Fehler gemacht und man muss ich in meiner Funktion als Brigadekommandeur, kommen wir auf den Punkt zurück, einmal getroffene Entscheidung erstmal Kurs halten und auch gegen Widerstände durchsetzen. Wenn ich aber feststelle, das schadet meine Organisation, für die ich Verantwortung trage, da muss ich eben auch den Schritt zurückgehen und okay, jetzt da hast du falsch gelegen. Und das Feedback dafür ist, Ich habe dazu noch kein negatives Feedback bekommen. [00:19:51] Speaker A: Ich teile das. Ich glaube auch, dass es das moderne Führungsverständnis ist. Ich glaube, wir kommen aus einer Zeit, wo noch so das patriarchalische, diktatorische Führungsverständnis gab, auch um unantastbar zu bleiben. Und heute glaube ich, gehen wir in eine andere Richtung hinein, dass es viel moderner ist. Klar, wir müssen Entscheidungen treffen, aber auch zuzugestehen, dass wir menschliche Irrtümer haben. Jetzt habe ich mich gerade gefragt, wer ist denn eigentlich dein Vorgesetzter? Also wenn du Böcke schießt und bei 5000 Leuten und da ist ja auch Material mit verbunden, ist da ja auch richtig Geld mit verbunden und ihr seid ja genau wie alle anderen staatlichen Einheiten auch aufgefordert, mit dem Geld idealerweise gut umzugehen. Wer ist denn dein Vorgesetzter und wie kriegst du denn Feedback überhaupt noch? [00:20:34] Speaker B: Also es ist so, dass als Brigadekommandeur die Panzerbrigade 12 gehört zur 10. Panzerdivision. Die 10. Panzerdivision bildet das Herzstück der sogenannten Division 25. Und diese Division 25 das ist die der NATO angezeigten Division, das ist quasi die Feuerwehr, die die Bundeswehr der NATO angezeigt hat, die mit kurzer Reaktionsfähigkeit weltweit ihren Auftrag ausführen muss. Und diese Division wird geführt durch den Generalmajor Seth. Das ist also mein Boss, das ist mein Vorgesetzter, mit dem ich im sehr engen Austausch stehe und der mir sagt, wenn ihm was nicht gefällt, der mir aber sehr viel Vertrauen entgegenbringt und der mir große Gestaltungsfreiheit gibt, der zwar sehr klare Vorstellungen hat, wie haben Dinge zu laufen in seinem Verantwortungsbereich, der aber uns trotzdem auch sehr viel Gestaltungsfreiheit gibt. Wenn er mir Das sehe ich anders, dann tut er das meist in einem sehr höflichen, aber sehr bestimmten Ton. Und ich habe das noch nicht erlebt, auch bei seinem Vorgänger nicht, dass das eine unsachliche Kritik war und dass das ein lauter Ton war, sondern dass man mir klar zu verstehen gegeben hat, Also Das sehe ich anders. Das machst du auch anders. [00:21:56] Speaker A: Also wir haben ja, ich habe ja im Vorfeld gesagt, dass mir nichts daran liegt, hier irgendwas rauszukriegen oder irgendwie Geheimnisse zu entlocken. Deswegen können wir auch alles rausschneiden. Und ich will das jetzt auch nicht karrierestoppend machen. Aber ich Ist denn das mit dem Generalmajor Seth, Also könntest du jetzt mit dem genauso gut in eine Diskussion gehen und ne Sekunde, Also teile ich überhaupt nicht Ihre Ansicht. Also bevor es zu diesem Entscheidungsprozess geht, hast du die Chance als Mann unter Männern aufrecht, ihm in die Augen zu gucken? Ne, teile ich nicht. [00:22:24] Speaker B: Ja, das hätte ich in der Tat zum Glück. Das fordert er auch von uns. Also er will ja auch beraten werden. Also auch er will ja bis zu dem Punkt der Entscheidung, an der er dann erwartet, dass Entscheidungen umgesetzt werden, will er ja auch ein möglichst ganzheitliches Bild haben von Personal, was in seinem Verantwortungsbereich Verantwortung trägt. Und wenn das nicht der Fall wäre, wäre das schlimm. Also wenn ich jetzt Angst hätte, ihm gegenüber eine gegenteilige Meinung zu artikulieren, dann wäre das schlecht. Und das ist eine ganz klare Erwartungshaltung, dass wir es tun. Und es ist ja auch so, dass er selber möglicherweise auch Aspekte dadurch mit in seine Entscheidung berücksichtigen kann, die er ohne diese Empfehlung, ohne dieses treffen können. [00:23:11] Speaker A: Das ist ja das Idealbild. Und jetzt bin ich ja selber als Unternehmensberater auf viele Unternehmen dabei gewesen. Zum Teil durfte ich Vorstände, Vorstandsvorsitzende beraten, ganz viele Geschäftsführer, denen auch die Firma gehört. Und da habe ich mal festgestellt, es gibt einen Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis. Also es gibt speziell, Alex, wenn ich mit amerikanischen Kunden arbeite, diese Wahnsinns Einladung. Leute, das ist unser Raum hier. Herzlich willkommen für kritische Stimmen, herzlich willkommen für Feedback. Und wo ich dann im Nachhinein manchmal gedacht boah, was für eine Unehrlichkeit, weil dann dieses Feedback oder die Kritik dazu geführt hat, dass man hinter verschlossenen Türen. Also keine Ahnung. Also ich glaube, der ist nicht richtig an Bord. Wir müssen mal gucken, ob wir den Geschäftsführer Deutschland langfristig oder mittelfristig austauschen. Wenn das so ist, wie du das schilderst. Und ich glaube dir das. Natürlich habe ich den Eindruck, dass die Bundeswehr oder auf jeden Fall der Zweig, in dem du tätig bist, schon ein bisschen der Industrie voraus ist, weil ich ganz häufig Politik und Strategie auf dieser Ebene in der Industrie noch erlebe und Karrieredenken zu sagen, oh, vorsichtig übertragen in dem Beispiel. Der Generalmajor lädt zwar dazu ein, aber ich würde die Einladung nicht unbedingt annehmen, weil. Weil der Herr Generalmajor damit verdammt schlecht umgehen kann. [00:24:26] Speaker B: Also wenn wir ein Handlungsfeld haben, auf dem ich eine wirklich komplett gegensätzliche Auffassung habe als mein Vorgesetzter, dann halte ich es für geboten, dass ich ihm das zunächst erstmal unter vier Augen mitteile. [00:24:42] Speaker A: Warum? Ich will das nur mal vertiefen. Ich halte das für richtig. Nur warum ist das wichtig unter vier Augen? [00:24:47] Speaker B: Ich halte es erstmal für gut, um erstmal ihm die Gelegenheit zu geben, mir seine Perspektive zu schildern. Möglicherweise liege ich ja auch falsch mit meiner Meinung und zugleich hat das natürlich auch was zu tun. Dieser Mann trägt Verantwortung. Wie sehr stelle ich ihn quasi in eine Situation, in der er dann kurzfristig sagen Das ist falsch, das ist richtig. Ich glaube, dass die Probleme, die wir heute haben, sind leider Probleme, die keine einfachen Lösungen erzeugen. Es gibt also kein Schwarz und Weiß. Und insofern glaube ich, macht es immer Sinn, wenn man eine komplett gegensätzliche Auffassung ist, dass man ihnen noch einmal eine Gelegenheit gibt, bevor eine Entscheidung zu treffen, das zu reflektieren. Und wenn man als Soldat, als Divisionskommandeur, als Brigadekommandeur, ich als Brigadekommandeur würde das auch von meinen Bataillonskommandeuren verlangen, dass sie zu mir kommen, wenn sie komplett unserer Auffassung sind und dass sie mir die Gelegenheit geben, über diese komplett andere Auffassung nachzudenken. [00:25:52] Speaker A: Also ihr zehn lieben Bataillonskommandeure, ihr habt jetzt gehört, wie sich das euer Chef wünscht und ich teile das mal gucken. Ich komme vielleicht aus einer anderen Motivation. Ich merke, dass es mir viel leichter fällt, unter vier Augen meine Entscheidungen zu revidieren, als wenn ich korrekt in Anführungszeichen davor gezwungen werde, was vielleicht in meiner Mentalität Jetzt bin ich Deutsch Ägypter, deswegen ist das Thema Würde und Ehre für mich sehr bedeutendes, ich so die Hosen runtergezogen bekomme vor der ganzen Gruppe, weil vielleicht auch eine falsche oder unglückliche Formulierung gewählt worden ist. Deswegen bis heute finde ich es total Selbst in meiner Ehe sage ich jetzt mal nicht zu meiner Frau, Ich hätte mir gewünscht, dass du mir das alleine sagst, damit ich erst mal die Zeit habe, auch dazu eine Position zu finden. Ich bin manchmal nicht gut, wenn ich vor einer Gruppe stehe, dann eine Rückmeldung bekomme und dann das Gefühl habe, ich werde jetzt gezwungen, eine Entscheidung neu zu überdenken, weil ich auch es liegt an mir so schnell im Kopf manchmal bin. Also es gibt gerade wenn die Dinge groß sind, brauche ich Zeit, die erstmal durchzudenken in ihrer Konsequenz. Und wird er dann eher aus dem Impuls Ja oder Nein sagen oder weil es mir unangenehm ist. Und das heißt für mich, je kleiner der Kreis ist, desto besser habe ich die Chance, diese Entscheidung noch mal auch auf mehreren Ebenen durchzudeklinieren, weil ich teile komplett. Es ist ja manchmal ein bisschen komplex. Es ist ja nicht so leicht von holen wir Wasser mit Sprudel oder ohne und du sagst naja, ist ja keine Konsequenz, sondern das Ding hat eine Konsequenz und deswegen brauche ich manchmal Zeit und diese zeigt, von meiner jetzigen Persönlichkeitsstruktur komme ich besser umhin, wenn das im kleinen Kreis ist. [00:27:29] Speaker B: Das teile ich und habe auch tatsächlich noch keine Analogie, sondern ein Beispiel auch aus dem Privaten. Wir haben unseren Kindern wenn ihr uns vor anderen Dürfen wir heute übernachten? Dann wird die Antwort immer grundsätzlich Nein sein. [00:27:45] Speaker A: Sehr gut. [00:27:46] Speaker B: Und wenn ihr uns aber Mama, Papa, wir würden gerne mit euch sprechen und ihr uns zur Seite nehmt und dann erläutert, dann haben zum einen meine Frau und ich, meine kluge Frau und ich die Gelegenheit, uns auszutauschen, wie wir darüber denken. Also es ist auch im Privaten so, dass es klug ist, das so zu handhaben. [00:28:03] Speaker A: Ja, und ich möchte es noch mal als kleines Zwischenbenefit raushalten. Ich glaube, dass es für die meisten Führungskräfte so ist. Also wenn du was an deine Führungskraft, an Rückmeldungen hast, versuche dafür einen Raum zu schaffen, wo die Führungskraft damit auch idealerweise gut umgehen kann, weil die Führungskraft gegebenenfalls auch Zeit braucht, Ob das jetzt soziale Zeit braucht oder auch intellektuelle Zeit braucht. Es kann ja beide Komponenten geben, über diese Entscheidung neu nachzudenken. Deswegen ist dieses Kritisieren oder Feedback geben Cora Publikum meistens keine gute Idee. Ich würde sogar kritisch hinterfragen, was treibt dich dazu, das zu tun? Weil für dich selbst als Mensch ist es doch höchstwahrscheinlich auch der beste Weg, wenn du erst mal eine Rückmeldung unter vier Augen bekommst, immer mit der Doppelschneidigkeit. Sowohl sozial also vielleicht habe ich für diese Entscheidung lange gebraucht, deswegen fällt es mir menschlich nicht ganz leicht, sie loszulassen. Oder auch analytisch. Ich muss erst mal die Entscheidung durchdeklinieren. Was bedeutet das denn überhaupt? Und wenn du jetzt hörst, dass das für den Herrn Brigadegeneral Hart sinnvoll ist, dann ist es vielleicht auch für dich als Zuhörerin, Zuhörer sinnvoll, mal zu ü Schaffe ich mir eigentlich die Räume, um mit meinem Vorgesetzten richtig zu reden? Oder gebe ich die Empfehlung an meine untergebenen Mitarbeiter, wie sie idealerweise mit mir arbeiten? Das würde ich gerne einfach mal festhalten, weil ich glaube, das ist ein schöner Benefit, der häufig nicht gut beachtet wird. Ich moderiere ja häufig Managementkreise und ich bin manchmal überrascht, wie heftig die erste Ebene angegangen wird, wo ich Wow, allein durch die Art der Frage ist es ganz schwer, ein Ja zu bekommen. Das ist ein bisschen so wie bei deinen Kindern können Gäste übernachten. Wenn du das in der Form tust, in Anführungszeichen, musst du ja fast Nein sagen. Und es ist gut, sich den richtigen Rahmen dafür zu binden. Ich würde gerne zu einem anderen Thema hopfen Oder hast du noch was, was du gerne an der Stelle sagen möchtest? [00:30:02] Speaker B: Was ich wichtig finde, ist, wenn es um das Thema Führung vielleicht geht, was ich aus dem Coaching von mir selbst mitgenommen hab. Wenn ich Verantwortung trage, dann nutze ich gerne die Analogie eines Bildes. Und Dieses Bild hat 4 Ecken. Und diese 4 Ecken, die enthalten zum einen Axel in der Familie und Partnerschaft, dann gibt es die Ecke Freunde und dann gibt es die Ecke Dienst und dann gibt es die Ecke Axel. Nur ich selber. Und dieses Bild ist ständig in Bewegung. Und in meinem Bild nimmt der Dienst natürlich eine sehr dominante Rolle ein. Und dennoch ist es wichtig, dass man diese vier Ecken immer wieder hat, weil es sonst kein Bild ist. Und so habe ich mir dieses Bild zunutze gemacht zu Hast du jetzt noch diese vier Ecken? Oder gibt es jetzt eine Situation, in der vielleicht ein dieser vier Ecken eine größere Aufmerksamkeit verdient? Und das ist ein Bild, was für mich für Wo stehe ich jetzt gerade in der Aufgabe, die ich wahrnehme und wo bin ich als Mensch? Dieses Bild, das hat mir sehr geholfen, [00:31:12] Speaker A: auch mich zu Wie häufig justierst du das oder überprüfst du das ehrlich [00:31:21] Speaker B: Dadurch, dass ich jede Woche, beziehungsweise so im Schnitt ist es so, dass ich alle 14 Tage eine Gänge habe, vielleicht nach Hause zu kommen übers Jahr hinweg und der Standort, an dem ich meinen Dienst überwiegend versehe, knapp fünf Stunden von zu Hause entfernt ist, überprüfe ich mich immer auf dem Weg am Ende einer Woche, die vielleicht gelaufen ist, nach Hause. Und es hilft mir, mich zu orientieren. Und manchmal gehe ich aber auch aus dieser, aus diesem Gedankenbild raus und weiß nicht so recht, wo stehe ich? Ist jetzt mein Bild ein vollständiges Bild? Es ist nicht immer konkret, man weiß nicht immer konkret, was man jetzt machen soll. Und meine Frau sagt häufig, jetzt nimm mal dein Handwerkerhütchen ab. Ich will nicht, dass du mir eine Lösung präsentierst, sondern ich will, dass du mir erstmal nur zuhörst. Und so versuche ich mir dann auch erstmal nur mal zuzuhören und nicht unmittelbar [00:32:14] Speaker A: meine Lösung zu Also ich finde das total genial. Ich kenne es aus der Literatur als dieses TZI Dreieck, da gibt es nur drei, aber dass der Mensch immer wieder klug überprüft, wo sollte ich vielleicht nachjustieren. Also wo, wenn wir das so als Brett nehmen würden, deine vier Ecken, auf dem du in der Mitte stehst, wo muss ich denn wieder nachjustieren, weil ich vielleicht gerade rechts runterfalle im Bereich Familie und Freunde oder war brutal privat unterwegs, beruflich unterwegs, weil was ich häufig feststelle, gerade Führungskräfte vernachlässigen häufig den Ich Teil, also den bei dir Axel genannten Teil, wo sie kaum noch stattfinden. Und das halte ich für ein riesen Versäumnis, weil das ist ja der Teil, von dem alles kam. Also wenn wir es mal als Evolution nehmen würden, das war der Startteil. Es gab den Axel, bevor es den Axel mit Freunden gab, Es gab den Axel, bevor es den Axel als General und Soldat gab und es gab den Axel, bevor er in einer Liebesbeziehung mit deiner Frau war. Das heißt, das ist der Kern. Ich sehe das manchmal wie so Stränge, die davon ausgehen. Und natürlich können wir das nicht immer alles paritätisch, weder in einem Tag noch in der Woche, noch in einem Monat, manchmal noch nicht mal im Jahr. Aber wir müssen gucken, dass wir nachjustieren, sonst geht was verloren. Und wenn der in dem Beispiel der Achsel verloren geht auf Dauer speist er natürlich auch negativ die anderen, dann ist er nicht mehr in der Beziehung so stark, nicht mehr als Freund so stark und auch als Dienstherr empfangend oder gebend, ist ja wurscht, nicht mehr so stark. Das heißt, ich muss immer wieder auf mich achten. Ich empfehle ja das Thema Selbstfürsorge, habe da auch einen großen Podcast zu gemacht. Die Welt achtet nicht auf einen. Wir müssen es schon selber tun. In deinem Falle würde ich frech sagen, ist auch nicht die Bundeswehr dafür verantwortlich, dass es dir gut geht. Ist auch nicht deine Frau verantwortlich und auch nicht deine Freundin. Du bist immer, immer, immer du. Klar darf das eine Interaktion sein, aber am Ende muss der Mensch selber gucken, dass er irgendwie zurechtkommt. Und das bringt mich zu der Gibt es Teile, wo du gut für dich sorgst? Also du schmunzelst jetzt. Bin mal gespannt, ob das jetzt eine peinliche Stille wird oder was du da als Antwort hast, wie ich nenne es immer in der inneren Mitte. Das ist halt die Formulierung aus der Persönlichkeitsentwicklung. Das heißt so im inneren Zentrum. Es ist die Klarheit, da ist deine Weisheit gesammelt, dein Wissen, die innere Ruhe. Was ist als nächstes zu tun? Wie kannst du überhaupt was damit anfangen? Und wenn ja, wie sorgst du dafür? [00:34:51] Speaker B: Ich würde zweigeteilt antworten. Also das, was ich jeden Tag tue, ist, dass ich morgens versuche, als erstes nach dem Aufstehen, dass ich Sport mache. Das ist etwas, wenn ich das morgens gemacht habe, dann kann mir das keiner mehr nehmen. Ich bin schwer, ich tue mich schwer, das im Laufe eines Tages zu organisieren, das irgendwie in meinen Alltag reinzuschieben. Und dann bin ich lieber bereit, früher aufzustehen und das als erstes morgens zu erledigen, weil ich dann das Gefühl habe, dass ich resilienter durch den Tag gehe. Ich als Gefühl machst du für Sport? Also ich mache dreimal in der Woche, mache ich einen Ausdauer. Und dann haben wir bei uns in Cham haben wir einen Fitnessraum, wo ich morgens alleine zum Glück altersgerecht Übungen mit meinem Körpergewicht mache. Und ich habe mir angewöhnt, Übungen zu machen, weil ich viel unterwegs bin, solche Resistant Bands zu nutzen, einfach Dinge zu [00:35:45] Speaker A: tun sind so Bänder, Schnüre. [00:35:47] Speaker B: Genau, die man meistens mit Gummi, mit Widerstand. Also ich hab versucht, was zu finden, was ich an jedem Ort machen kann. Genial. Und versuche das auch relativ stringent durchzuhalten. Das ist also das, was ich jeden Tag versuche. Und dann gibt es natürlich in meinem persönlichen Umfeld etwas so in dieser Ecke Achse. Also das ist der Fußball, das ist mein Verein, der Hamburger Sportverein, der mich lieben und leiden lässt. Und das ist von klein auf schon immer meine Leidenschaft gewesen, der ich nachgehe, wo ich auch gerne alleine zum Beispiel ins Stadion gehe und das einfach auch eine große Leidenschaft. Und das ist was, solange ich in der Lage bin, so diesen Sport und dem Fußball Zeit zu schenken, ist diese Ecke eigentlich immer da, so wie ich sie brauche. [00:36:38] Speaker A: Finde ich total genial, weil ich das auch immer wieder selbst schaffe. Dir Routinen, Routinen, mit denen du zurechtkommst. Eine Routine ist genau das, was du tust. Ich versuche drei bis fünf Mal die Woche Sport zu machen, sei es bei mir selber oder aber bei euch in der, ich nenne es jetzt mal Mucki Wude. Das sind Routinen und durch die Routine komme ich selbst in andere Wahrnehmung meines körperlichen Empfindens. Und das ist total genial. Was ist denn bei dir mit dem ganzen Thema mentale Stärke? Also Meditation, Yoga, gibt es da jetzt eine 5 im Zeugnis oder sagst du, brauche ich gar nicht, Bin damit natural born? [00:37:22] Speaker B: Also nicht regelmäßig. Ich habe bei uns in der Ausbildung, kriegt man an einer Stelle, das nennt sich Zentrum für Innere Führung, echt mal Atemtechniken bei. Ist das in Mannheim? Ne, nicht in Mannheim, sondern in Koblenz und in Koblenz hat man uns Atemtechniken beigebracht. Das ist aber mehr oder weniger das Einzige, was ich gelegentlich mal anwende, wenn es um. Also ich bin keiner, der meditiert, weil, weil, weil, weil. [00:37:53] Speaker A: Ich spüre den Wunsch nach Versäumnishinweis in mir. [00:37:58] Speaker B: Also der Punkt ist sicherlich seriös, weil ich auch wenn wir noch mal über Führung sprechen, glaube ich, ganz wichtig ist, dass wenn man Verantwortung trägt, dass man sich auch Zeit nimmt nachzudenken. Aber es ist eben nicht dieses. Also. Ich habe dazu noch keinen Zugang gefunden. Also ich habe nicht festgestellt, dass mir etwas fehlt, was ich brauche, um meine Aufgaben zu bewältigen. [00:38:24] Speaker A: Verstehe ich auch. Also du hast keinen Bedarf für, ich habe kein Bedürfnis danach. [00:38:28] Speaker B: Genau, es gibt kein Bedarf danach, Sondern wenn ich mir etwas wünschen würde, was mehr Platz in meinem Alltag einnehmen würde, dann wäre es, dass ich mir bewusst Zeit nehme nachzudenken. Also ich verstehe meine Aufgabe so, dass ich natürlich Entscheidungen treffe für den Bedarf, der heute für meinen Verantwortungsbereich da ist, dass ich aber viel mehr verantwortlich bin für den Bedarf, den die Organisation übermorgen hat, also den meinen Diensthabegal 12, wo soll die übermorgen stehen und diese Organisation in diese Richtung schieben. Und das bedingt, dass man sich Zeit nimmt nachzudenken, nicht alleine, sondern mit einem engen Führungskreis, den ich habe, sich auszutauschen. Aber diese Zeit nachzudenken, da müsste ich noch stringenter werden, mir diese Zeit zu nehmen. [00:39:11] Speaker A: Spannend höre ich ungern, aber ich lasse es so stehen. Also ich bin ein großer Anhänger von Meditation und es wäre natürlich traumhaft gewesen, wenn du sagst, fahri drei bis viermal die Woche, mache ich den Szenen Buddhisten in mir. Du hast ja alle Voraussetzungen mit deinem Haarschnitt dafür, aber es gibt so viele Wege nach Rom, dann ist deiner ein anderer. Für alle anderen empfehle ich immer wieder Atemtechnik. Ich bin ganz großer Anhänger von dem Thema Atemtechnik. Du hast eigentlich sind wir durch, aber ich merke, ich mache daraus zwei Podcasts, da ist so viel noch Spannendes. Jetzt sind wir ja beide in der Männerarbeit verbunden aus unterschiedlichen Thematiken. Ich bin ja hier bei MKP und man kann Project mit sehr vielen Männern in der Arbeit, weil es mir darum geht, dass die Männer der Mann werden, der sie wirklich werden könnten, also zu sich finden und da aus ihrer inneren Kraft heraus agieren. Du bist ja per Natur, 90 Prozent sind Männer einfach unglaublich viel mit Männern verbunden und hast vorhin mal so ein ganz spannendes Wort Kameradschaft. Das ist ja fast old fashioned und gleichzeitig ist es, glaube ich, wieder im Kommen. Ich bin ein riesiger Anhänger von Kameradschaft. Ich glaube an die Gemeinschaft von Männern, dass es uns gut tut, nicht in Abgrenzung zu Frauen. Freue mich, wenn meine Frau ihre Frauenabende hat und manchmal machen wir auch hier was alle in der Gruppe zusammen. Aber es ist für mich so wichtig, Ich liebe das, mit Männern am Feuern zu sitzen, unter uns mal zu sein, stärken, Schwächen, Blödsinn, quatschen. Wir sind beide Fußballfans, da ist auch mal Trash Talk erlaubt, nicht immer alles nur political korrekt zu sein. Und da ist es ganz schön, wenn wir Männer unter uns sind. Das ist jetzt mein Verständnis von Männerbundschaft oder Männerband. Was ist denn dein Benefit? Und auch Verständnis von Kameradschaft. [00:41:06] Speaker B: Für mich hat Kameradschaft ganz viel mit Vertrauen zu tun und dann, wenn ich Hilfe brauche, zu wissen, dass ich nicht alleine damit bin. Und ich durfte letzte Woche bei einer Abschlussübung einer Grundausbildung, eine Abschlussübung bei einer Grundausbildung einer Grundausbildung, da war ich dann vor Ort im Rahmen der Dienstaufsicht, habe mir das angeschaut und es war so, dass diese Teilnehmer an dieser Abschlussübung vorher so gefordert waren, an dem Zeitpunkt, an dem ich vor Ort dann war. Die waren schon fertig und das spürte man auch körperlich. Und dann war es so, dass vorgesehen war im Rahmen des gedachten Verlaufs dieser Abschlussübung, dass danach noch mal eine starke körperliche Belastung gefordert wurde von den Teilnehmern. Und was ich da erlebt habe, ist, dass diese drei Monate, die die vorher gemeinsam erlebt haben, dass das die zusammengeschweißt hat und dass also nicht nur die Ausbilder, die Vorgesetzten an sich motivierend eingewirkt haben, sondern dass es eben auch die Gruppe untereinander war, die selbstständig Lass mich jetzt deinen Rucksack tragen, wenn du nicht mehr kannst und dann kommst du mit. Und das war sehr eindrucksvoll. Um ein zweites konkretes Beispiel zu Wir hatten letztes Wochenende eine Personalgewinnungsmassnahme, wo wir 60 Interessenten eingeladen haben zu erleben, was bedeutet es so da zu sagen, wir waren tatsächlich nur 48 Stunden bei uns und nach 24 Stunden, nachdem die einmal draußen geschlafen hatten, bei minus 4 Grad, hatte sich so eine kleine Gruppe gebildet, die füreinander dann da waren. Sei es nur, dass ich mich mit dem austauschen konnte, dass man ist ja auch kalt, ja, mir ist auch kalt, mir ist sogar arschkalt. Und dann ist man eben nicht mehr alleine. Und das ist für mich auch Kameradschaft, dass man weiß, eigentlich ist er vielleicht ganz anders, als ich es bin. Und dennoch kann ich mich darauf verlassen, dass ich in dieser Situation, in der ich eine Herausforderung habe, auf den zugehen kann. Kameradschaft ist aus meiner Sicht für die Bundeswehr der Kitt, der uns zusammenhält. Und das ist ganz Wenn ich darüber nachdenke, dass wir mit diesen 5000 Frauen und Männern irgendwann mal ein hochintensives Gefecht führen führen müssen, wenn die politische Entscheidung fällt, dann ist Kameradschaft das worauf Das ist die Basis und der Kitt, der uns zusammenhält. [00:43:55] Speaker A: Also ich teile das komplett. Ich habe, glaube ich, auch so ein heroisches Bild von Kameradschaft, weil ich komme ja aus einer, sag mal, sehr einsamen Kindheit in Teilen und habe ja meine Familie außerhalb meiner Entscheidungskind Ursprungsfamilie gefunden. Und für mich war bis heute Kameradschaft für mich jetzt speziell Männerfreundschaften ein unglaublich starker Halt, um überhaupt im Leben ganz trivial zurechtzukommen. Ich bin hier relativ außen betrachtet erfolgreich und gleichzeitig habe ich nichts davon alleine geschafft, sondern ich hatte immer Leute, mit denen ich zusammen gut wirken konnte. Bis heute behaupte ich, ist das so. Und das ist ja auch einer der Gründe, dich einzuladen. Wir sind ja auch auf dem Weg, uns ein bisschen kennenzulernen privat und die gemeinsame Zeit zu verbringen, mit Männern zu sprechen über wie ist denn das so in Verantwortung zu stehen, wie ist das als Soldat auch bereit zu sein, gegebenenfalls ein Leben zu investieren. Das sind Themen, die mich berühren und wo ich finde, wenn wir Männer einfach Zeit miteinander verbringen, das muss nicht immer so hochtrabend sein. Wir können, ich habe mich ja eingeladen, nächstes Jahr gehen wir hoffentlich in der ersten Liga Köln gegen Hamburg hocken und hämmern uns dazu vier Bier rein und zwei Bratwürste. Und in der Regel versuche ich den Schiedsrichter schon zu beleidigen, bevor das Spiel angefiffen ist. Dann ist das für mich auch ein soziales Räumchen, in dem ich mich wohlfühle und gut leben kann. Also ich finde, Menschen zu haben, mit denen ich mich verstehe und wo ich mich so authentisch zeigen kann, wie ich bin und auch von denen eingeladen bin, sie so sehen zu dürfen, ohne dass ich damit irgendwas mache, außer zu sagen, ey krass, bist du heute komisch drauf oder was auch immer. Oder die auch ein Teil des Lebens. Wir haben ja nicht nur alle, das Leben ist ja nicht nur Erfolg, sondern wir haben ja auch Krankheiten, wir haben Tod, Schmerzen, das mal mitzuteilen vielleicht oder Scheidungen oder Kinder, die ausziehen, was auch immer. Muss jetzt nicht Seelenpartnerschaft dazu sagen, das ist sicherlich ein Begriff, den ich in meiner Arbeit auch verwenden würde. Aber so eine gute Beziehung zu haben, dass ich mit dem anderen seelennackt gerne körperlich angezogen, aber Seelennackt reden kann, das finde ich total wichtig. Und das ist einfach was anderes unter uns Männern. Und da bin ich von mir aus traditionell, scheiß mich an, ist mir egal, als wenn wir im Verbund mit Frauen sind. Es gibt bestimmt ein paar, wir haben eine gemeinsame Freundin, deren Namen erwähne ich mal Mareike, mit der würde ich morgen um die Häuser ziehen und mit zum Fussballstück nehmen. Und gleichzeitig ist es auch ganz gut, wenn wir nur unseren Raum unter uns haben, wir Männer. Und deswegen finde ich, ist Kameradschaft so wichtig, überhaupt nicht als Ausschließend, aber auch, dass wir es einfach für uns haben dürfen, in welcher Form auch immer. [00:46:49] Speaker B: Ich habe noch eine etwas andere Perspektive auf das Thema Kameradschaft, sehe das aus seiner Sicht tatsächlich auch die Grundausbildung, von der ich vorhin berichtet habe, da war auch eine Frau mit dabei, die genauso kameradschaftlich auch unterstützt worden ist von den Männern. Also der Begriff der Kameradschaft ist für mich nicht genderspezifisch. [00:47:10] Speaker A: Spannend, okay. [00:47:11] Speaker B: Und es ist so, dass neben der Tatsache, dass es nicht genderspezifisch ist, es aber aus meiner Sicht noch einen anderen Punkt gibt, der für mich wichtig ist. Und zwar, ich glaube, dass ab einer gewissen Ebene Führung auch ein Stück weit einsam macht, ganz sicher. Und es dafür umso schwerer fällt, so etwas wie eine kameradschaftliche Beziehung aufzubauen, weil es de facto eben nicht so viele Brigadekommandeure gibt, mit denen ich einen Kameradschaft, also diese Kameradschaftspflege ist schwieriger, weil es eben nicht so viele gibt. Und umso wichtiger ist, dass man einen Weg findet, für sich selbst Kameradschaft auch zu pflegen mit Leuten, die man führt, in dem Wunsch, dass auch mein Vorgesetzter, und das ist zum Glück der Fall, eben auch so etwas wie ein kameradschaftliches Verhältnis mit einem pflegt. Aber dieser Aspekt der Einsamkeit der Führung macht es ab einer gewissen Ebene schwierig, diese Kameradschaft auch tatsächlich zu pflegen. [00:48:12] Speaker A: Super Beispiel, da knüpfe ich gerade mal dran an. Als ich mich mit Andreas Burkhardt unterhalten habe, der ja innerhalb von Teva nun mal ganz nach oben gerutscht ist, kam es so auf das Thema, wie sichere ich mir denn Netzwerke, die mir auch Rückmeldung geben, Also jetzt gar nicht Netzwerke, um Informationen zu bekommen, das ist was anderes. Und und er, finde ich, da haben wir viele Zuschriften für bekommen, hat den Begriff des Inner Circles gebildet. Ich versuche das mal zu erklären. Andreas hat für sich gesagt, ich habe mir über die Jahre hinweg so ein Inner Circle aufgebaut. Also es sind Leute aus unterschiedlichsten Rollen, zum Teil in Thema, zum Teil außerhalb, auch gar nicht alle in Top Führungspositionen, aber mit denen ich immer wieder den Austausch suche, um mal zu hören, wie seht ihr das? Oder auch mal um Rat zu holen. Und das fand ich ganz spannend, diesen Begriff des Inner Circles. Also ich übersetze es für mich so wie ein innerer Kreis, an dem ich teilnehme, wo ich allerdings auch viel bekomme. Jetzt bist du ja, ich weiß, wie viele Brigadegenerale, Generäle gibt es in Deutschland? [00:49:16] Speaker B: Also in dem Dienstgrad, ich sag mal, ab der Ebene Brigadegeneral haben wir in der Bundeswehr rund 200, 200 und Brigadekommandeure [00:49:27] Speaker A: gibt es 8, also 8 mit deinem [00:49:32] Speaker B: vergleichbaren Level, vergleichbaren Verantwortungsbereich, was die Personalverantwortung [00:49:35] Speaker A: könnten wir ja fast namentlich grüßen, das [00:49:37] Speaker B: tun wir mal synonym. [00:49:38] Speaker A: Hallo, liebe andere Brigadegeneräle. [00:49:40] Speaker B: Also es ist so, dass der wichtigste Ratgeber meine kluge Frau ist, das muss man de facto sagen, die selber Führungsverantwortung hat und hatte, die selber Personal geführt hat, die mich ja über Jahre nun auch schon am besten kennt. Und neben ihr ist es eben der Freundeskreis, der eigentlich überhaupt nichts mit dem Militär zu tun hat. Das ist so diese persönliche Umfeld, was glaube ich mir Feedback gibt, was dafür sorgt mir zu Na, jetzt bist du aber auf dem Holzweg oder jetzt hast du dich aber verändert. Sodass es so dieser eine Zirkel und ich glaube der dienstliche Zirkel, der besteht natürlich aus meinen Vorgesetzten, aber bei mir selber in der Brigade habe ich einen Führungskreis, der nennt sich auch tatsächlich Führungskreis. Das ist mein Stellvertreter. Ich habe zwei Stellvertreter auf der Ebene Oberst und das ist der Chef des Stabes. Und diese vier insgesamt ist für mich so der der Kreis, mit dem ich mich sehr eng austausche neben den Bataillonskommandeuren, weil die Auswahl zum Bataillonskommandeur ist schon eine sehr selektive. Es werden also nur ganz ausgewähltes Personal wird Bataillonskommandeur. [00:51:01] Speaker A: Das waren diese zehn Menschen. [00:51:02] Speaker B: Diese zehn. Genau. Und so ist es so, dass diese zehn mit diesen vieren, das sind so die, die für mich dienstlich neben meinen Vorgesetzten der Inner Circle sind Und die [00:51:13] Speaker A: sind auch offiziell, also die haben ein richtiges Gremium. [00:51:16] Speaker B: Genau, das nennt sich Führungskreis. Genau. [00:51:18] Speaker A: Achtung, wie viel Frauen jetzt, wenn wir schon das ganze Gendern hier machen. [00:51:22] Speaker B: Derzeit ist in den 14 keine Frau. Aber es ist so, dass tatsächlich bis zum 1. April hatten wir eine Frau mit dabei, die eine selbstständige Kompanie geführt hat. Und tatsächlich sind im Moment das ausschließlich Männer. Und manchmal wäre es vielleicht sogar besser, wenn wir Frau da mit dabei hätten, um auch noch mal eine andere Perspektive zu haben. [00:51:46] Speaker A: Hundertprozentig. Also ich komme jetzt aus einer anderen Ebene, aber ich habe ja Beratungsaufträge. Wir machen Change Management und ich gucke immer, dass Frauen mit in diesem kleinen Kreis drin sind. Mir geht es ja wie du. Ich habe auch das Glück, eine sehr kluge Frau zu haben, die auch für mich mit mein bester Freund ist, mich toll berät und gleichzeitig in der Arbeit ist sie nun mal nicht in jedem Projekt drin. Das ist auch für unsere Ehe, glaube ich, ganz gut. So ist es wichtig, dass ich immer wieder Frauen drin habe, ob es die Angela Posch ist, Petra Tisch, Frauen, die ich total schätze, Anke Gilner, sehr klug, weil die anders denken. Es ist total spannend. Manchmal sagen die Dinge, wo ich denke, wo kommt das denn her oder warum habe ich daran nicht gedacht? Als ob mein Augenmerkmal nicht breit genug wäre. Steht der Baum vor dir, Farid, du siehst ihn nicht. Finde ich total spannend. Und das hat, glaube ich, schon wirklich was mit Gender zu tun. Wir denken hier und da unterschiedlich. Ich gehe mal in Generalismen und viele Gedanken von Frauen finde ich extrem bereichernd. [00:52:43] Speaker B: Das geht mir genauso. Und wir sind zum Glück auch dabei, dass Frauen zunehmend in Führungsverantwortung auch in der Bundeswehr kommen. Und wir haben eine Drei Sterne generell. Das ist eine Frau Generalarzt bei uns, die total klug ist, die auch einen Führungsanspruch hat, die ich persönlich kennenlernen durfte, die eine sehr beeindruckende Persönlichkeit ist. Und es ist so, dass das aus meiner Sicht eine Frage der Zeit ist und dass aus meiner Sicht, wenn ich auf andere Länder wie Israel oder wie die Niederländer, wenn ich die erlebt habe, wie selbstverständlich es ist, dass Frauen da Führungsverwendung, Führungspositionen einnehmen. Da haben wir noch ein Stück zu gehen. Ich halte es aber für richtig und wichtig, dass wir das möglich machen und dass das auch der Fall ist. Ich durfte ja auch noch mal in Amerika studieren, wie selbstverständlich da es ist, dass Frauen Führungsverwendungen wahrnehmen. Das finde ich bemerkenswert, mein Lieber. [00:53:43] Speaker A: Wir sind einer der längsten Podcasts. Das dachte ich mir schon, dass wir. Und ich habe schon ein paar Zettel notiert, die wir jetzt nicht hinkriegen, aber ich würde gerne zum Abschluss kommen gucken, bevor wir. Mir ist wichtig, dass wir auch noch einen Werbeblock haben. Da bist du sehr herzlich eingeladen. Aber gibt es, bevor wir zum Werbeblock kommen, noch irgendwas, was du erwähnen möchtest? Weil du Mensch, Farid, wenn wir den Podcast hier online gehen lassen, das würde ich gerne noch sagen. Du hast dir ja auch richtig Notizen gemacht, bist einer der bestvorbereiteten Gäste ever. Und Das ist bei 80 Gästen schon echt eine Aussage. Und ich gebe dir mal Zeit, deine Notizen durchzusehen. Ich sehe unser Kameramann, mein geliebter Sohn Sam hat, glaube ich, das Essen fertig, so dass wir jetzt auch langsam zum Schluss kommen können. Guck mal, ob wir noch irgendwas haben, was du gerne erwähnen möchtest. Ansonsten lade ich dich zum Werbeblog ein. [00:54:38] Speaker B: Ich glaube, was ganz wichtig ist, wenn es um Führung geht, ist, dass ich festgestellt habe, wenn man sich Zeit nimmt für das Personal, was man führt, dann ist das für das Personal, was geführt wird, immer auch ein großes Zeichen der Wertschätzung. Und das für mich in einem hierarchischen System, in dem ich führen darf, das vieles einfacher macht, weil ich nämlich dann viel einfacher Je mehr ich mich mit den Menschen beschäftige, umso eher bin ich auch in der Lage, Potenzial bei Menschen zu erkennen und kann auch Bei dem ist jetzt Ende, da sehe ich kein weiteres Potenzial oder bei dem sehe ich Potenzial. Und dieses Zeitnehmen für die Geführten, das ist aus meiner Sicht wirklich was, mit dem ich sehr, sehr gute Erfahrungen gemacht habe, mit dem ich auch versuche, meine Frauen und Männer, die Verantwortung haben, immer wieder zu appellieren, wenn ihr da seid in der Ausbildung, geht nicht. Verbringt nicht zu viel Zeit hinter dem Computer, das könnt ihr auch abends machen, sondern geht zur Ausbildung hin, weil es euch viel einfacher fallen wird, euch auseinanderzusetzen zu wissen, der hat das Potenzial, der hat die Stärke, Weil wir eben auch ein streng hierarchisches System sind, was alle zwei Jahre Beurteilung abverlangt, wo wir auch Reihungen vornehmen müssen. Aber die Wertschätzung, die dem Mitarbeiter entgegengebracht wird oder die Geführten entgegengebracht wird, wenn ich mich mit ihnen auseinandersetze, die ist sehr wertvoll und lohnenswert. [00:56:08] Speaker A: Teile ich komplett, ist nichts zuzusagen. Ja, schön. Werbeblock. Werbeblock. Ich finde es ganz wichtig erstmal, ich freue mich, dass ich nach 38 Jahren eine neue Erfahrung mache. Jetzt will ich keinem General von damals zu nahe treten, da habe ich ja keinen Kontakt gehabt. Aber die Art, wie du sprichst und deinen Führungsgedanken hier vorlebst, finde ich ziemlich beeindruckend. Und es freut mich, dass die Bundeswehr Menschen wie dich gewinnen konnte, ein neues Menschenbild in der Führung zu etablieren. Was ist dir denn noch wichtig? Welche Möglichkeiten gibt es denn mit der Bundeswehr Menschen wie dir in Kontakt zu treten, auch vielleicht mal reinzuschnuppern, bevor man sich 38 Jahre verpflichtet? Wie geht denn der Weg aktuell? [00:57:01] Speaker B: Ich würde gerne anfangen mit dem, was man schwört als Soldat. Und zwar ist es die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Und bei der aktuellen Diskussion um Frieden ist es so, dass mir die Friedensdiskussion immer ein Stück zu kurz kommt. Und das, was uns als Bundeswehr auszeichnet, warum wir da sind, ist nicht den Frieden des deutschen Volkes zu sichern, sondern die Freiheit des deutschen Volkes zu sichern und dass wir nach einer politischen Entscheidung eben auch bereit sind, temporär auf Frieden zu verzichten und für die Freiheit zu kämpfen. Und diejenigen, die sich diesem Gedanken nahe führen, dass sie auch bereit sind zu investieren, die sind richtig bei uns. Also für die Freiheit bei Bedarf auch zu kämpfen. Und es gibt, hat meine Tochter mir gerade gesagt, jetzt gerade einen Relaunch einer Webseite Bundeswehr Karriere DE. Und diese Seite ist jetzt inzwischen so übersichtlich gestaltet, dass sie auch modern ist, dass sie benutzerfreundlich ist, dass die Jugend sich angesprochen fühlt. Und ich kann nur jedem empfehlen, der noch nicht ganz sicher ist, ob das was für ihn ist. Auf dieser Seite gibt es auch Möglichkeiten der Praktika. Da gibt es Möglichkeiten reinzuschnuppern. So wie dieses Camp, von dem ich [00:58:20] Speaker A: vorhin gesprochen habe, wollte ich noch Was ist das für ein Camp? Das finde ich total spannend. [00:58:24] Speaker B: Also es ist so, dass wir über 5 Tage gemeinsam mit einem Karrierecenter Beim Karrierecenter ist quasi der erste Ansprechpartner für jemanden, der Interesse hat. [00:58:33] Speaker A: Das finde ich auch über diese Webpage. [00:58:34] Speaker B: Dieses Karrierecenter finde ich auch über diese Webpage. Das haben wir gemeinsam mit diesem Karrierecenter geplant, dass wir erst mal gesagt haben, wir wollen erst mal zeigen, was bedeutet es, dass man mal spürt, was bedeutet es, draußen zu schlafen, was bedeutet es, Kameradschaft zu erleben. Wir waren auch mit denen auf einer Hindernisbahn, um einfach denen das Gefühl zu geben, was heißt das, körperlich auch gefordert zu werden. Und im Anschluss Daran haben wir ein sogenanntes Assessment Center mit denen gemacht. Das hat das Karriere Center gemacht. Da gibt es einen Psychologen, eine ärztliche Untersuchung. Also ein Auswahlverfahren. Auswahlverfahren, genau. Wenn jemand Interesse hat, dann kann ich nur empfehlen, erstmal reinzuschnuppern. Und es gibt ja auch ganz in allen Regionen Deutschlands gibt es ja auch Informationsveranstaltungen. Also wenn jemand Interesse hat, dann kann ich nur dazu Geht dahin, schaut euch das an, weil wir dann ganz großes Spektrum sehen werden von dem, was wir können und was wir leisten. [00:59:28] Speaker A: Wow. Axel, ich sa Vielen, vielen Dank für deine Zeit, für deine Offenheit. Das ist in den jetzigen Zeiten ja auch keine Selbstverständlichkeit, anderthalb, zwei Stunden zu nehmen für einen Podcast und darüber zu sprechen. Mir hat es total gefallen. Ich sehe, ich habe noch ein paar Notizen, aber für jetzt einfach nur mal herzlichen Dank für deine Aufrichtigkeit und Transparenz hier. [00:59:51] Speaker B: Ich danke dir für die Zeit und für die Gelegenheit, bei dir zu sein.

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