Episode Transcript
[00:00:00] Speaker A: Ihr Lieben, herzlich willkommen zur nächsten Ausgabe meines Man verriet Podcast.
Heute mit einem Thema, das wird dich im Inneren berühren, weil du hast hundertprozentig damit irgendwann zu tun.
Und mein Gast ist eine Frau, die diesem Thema ganz viel Licht einverleibt, nämlich die hier in meiner wunderschönen Region Idstein eine Hospizinitiative gestartet hat, um ein Hospiz hier nach Idstein zu holen. Und ich darf mit, ich glaube, Dr. Doris Ahles, wenn ich es richtig weiß, die Begründerin der Hospizbewegung hier im Idsteiner Land sprechen zu dem Thema Sterben und warum Sterben im Hospiz eine andere Art Sterben ist. Herzlich willkommen, liebe Doris. Ich lasse den Doktortitel weg, wenn du mir erlaubst. Und und da wir uns ja gut kennen, wir sind Nachbarn, sage ich Herzlich willkommen, Doris Ahlers.
[00:00:58] Speaker B: Vielen Dank, lieber Farid, dass ich heute dein Gast sein darf. Ich muss gleich eine Berichtigung reinsetzen.
[00:01:05] Speaker A: Unbedingt.
[00:01:05] Speaker B: Ja, unbedingt. Also ich bin nicht die Begründerin der Hospizbewegung. Die Hospizbewegung ist vor 25 Jahren gegründet worden von Ute Samsung, Heinke Geiter und einer Elisabeth Geißler.
Und ich bin mehr oder weniger erst ein paar Jahre an Bord, aber ich bin die Vorsitzende der Hospizstiftung.
Ja, das muss man jetzt ein bisschen aufklären, weil die Hospizbewegung, die macht ja einen wunderbaren ambulanten Dienst. Das ist ganz fantastisch. Sehr, sehr viele Leute, die ehrenamtlich und hauptamtlich arbeiten. Das sind die Menschen, die zu dir nach Hause kommen, wenn du in der letzten Lebensphase bist und die dich zu Hause begleiten.
Und die Hospizbewegung hatte vor Jahren den Wir müssen mehr haben. Wir können nicht nur die Leute zu Hause in Empfang nehmen, sondern wir müssen ihnen auch mehr bieten. Wir möchten gerne ein Hospiz bauen. Der Gedanke war da allein es fehlte so ein bisschen an der Umsetzung. Und zu dem Zweck wurde dann die Stiftung gegründet.
Und da gab es auch so ein bisschen Schwierigkeiten am Anfang. Also der erste Schritt war man ging zur Diakonie, zur Stiftung der Diakonie Hessen und hat Mensch, hier Leute, könnt ihr uns helfen? Und da haben die wunderbar krabbelt unter unser Dach und ihr werdet Unterstiftung bei uns.
Das war leider oder es entpuppte sich so ein bisschen als Fehlweg oder als falsche Abzweigung.
[00:02:31] Speaker A: Lass uns da noch gar nicht zu sehr reingehen. Vielleicht, wenn du erlaubst, Doris, dass ich da unterbreche. Mir ist erstmal wichtig, dass ich deinen Titel noch mal, kannst du noch mal sagen, wie habe ich dich eigentlich richtig zu adressieren im Podcast? Und dann würde ich gerne auf das Ursprungsthema noch mal zurückkommen.
[00:02:45] Speaker B: Also ich bin Doris Alders und ich bin die Vorsitzende der Hospizstiftung. Der Hospizstiftung.
[00:02:52] Speaker A: Gut, dann haben wir das schon mal.
[00:02:54] Speaker B: Genau, dann haben wir das schon mal geklärt.
[00:02:56] Speaker A: Wir kommen ja nachher auf jeden Fall auf das faktische Hospiz, weil tatsächlich baust du ja aus Beton und Stahl zusammen mit deinem Verein und mit Menschen und Förderern den Verein. Da würde ich gerne später zu kommen. Ich würde gerne erst noch mal zurückgehen zu dem Thema Sterben. Jetzt ist das ja ein Thema, Doris, vor denen.
Ich habe jetzt keine echten Zahlen, vielleicht hast du die, aber ich tippe mal, wenn ich so an mein Umfeld gucke, 9 von 10 Menschen sagen, können wir das nicht ein andermal besprechen? Am besten nie oder vielleicht nach meinem Tod erst. Wie kommt es, dass du dich dem Thema Sterben so bewusst öffnest und ja auch richtig Lebenszeit da reingibst, nämlich durch diese Hospiz Thematik.
Was ist denn Sterben für dich als Thema?
[00:03:41] Speaker B: Also ich glaube, ich muss mal vorweg sagen, ich habe das Projekt nicht gesucht.
Ich bin auch, hättest du mich vor sechs Jahren oder sieben Jahren gefragt, hätte ich Never ever mache ich das.
Aber irgendwie hat das Projekt mich gesucht und ich bin dazugekommen, weil ich mich mein Leben lang ehrenamtlich engagiert habe, schon als Studentin, dann auch in jungen Jahren. Und ich habe sehr viel Lebenszeit auch so in die Schule gesetzt, in die Ausbildung meiner Kinder. Ich war in allen Gremien der Schule, also was es gab, habe ich auch gemacht.
Und ich habe parallel im Berufsverband gearbeitet für das, was ich einfach liebe, Pflanzen, Pflanzen, Krankheiten und so weiter. Und ich glaube, ich hatte gerade eine Phase, wo ich weder was mit Schule noch mit Berufsausbildung noch irgendwas zu tun hatte.
Und ich bin dann gefragt worden, ob ich in den Beirat einer Stiftung gehe, habe ich gesagt, ja, im Prinzip ja, könnte ich machen. Ich wusste nicht, was auf mich zukommt. Ich sage es ganz ehrlich. Und dann entpuppte sich das, was ich eben schon angedeutet habe. Ich bin in diese Beirat der Stiftung gekommen und diese Stiftung waren Irrweg. Das heißt, wir haben die Stiftung aufgelöst und sie neu gegründet.
So und damit begann im Prinzip mein Engagement. Also mit der Neugründung 2022 haben wir eine Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet, immer mit dem Ziel, ein Hospiz zu bauen und auch für die letzte Lebensphase da zu sein.
[00:05:08] Speaker A: Und gleichzeitig wusstest du ja, dass es um das Thema Sterben geht an dieser Stelle.
[00:05:13] Speaker B: Genau.
[00:05:14] Speaker A: Wieso? Ich kann verstehen, dass das Projekt dich gefunden hat. Ich komme ja aus einer Philosophie, wo ich auch glaube, dass man offen sein muss für solche Themen, weil bestimmt bei so jemand, der so hochaktiv ist wie du, hättest auch andere Themen geben können.
Wieso hast du dich denn für dieses Thema entschieden und was bedeutet das für dich selbst, das Thema Sterben?
[00:05:34] Speaker B: Also A, hatten wir zu dem Zeitpunkt natürlich auch noch viele Menschen im Umfeld, Onkel, Tante, Oma, Opa, Oma, Opa, nicht mehr, aber Schwiegermutter, Schwiegervater, eigene Mutter, die so in der letzten Lebensphase waren und wo ich die nur aus der Ferne begleitet habe. Man sieht natürlich, die Menschen werden älter, sie werden hinfälliger, sie gehen auf ihr Lebensende zu. Ich habe mich also bis dato, glaube ich, weniger mit dem Thema beschäftigt.
Wenn du dann jetzt aber plötzlich siehst, du bist jetzt der Letzte in der Kette, es gibt keine Eltern mehr über dir, du bist nicht mehr Kind, sondern du bist jetzt Mutter, Vater und selbst Großmutter.
Denkst du ein bisschen anders drüber nach, Dann fällt es dir auch zum Beispiel, wie möchtest du eigentlich sterben? Möchtest du?
Ja, ich sage immer, meine Schwiegermutter hat zum Beispiel immer gesagt, sie möchte sterben wie Udo Jürgens, sie geht über die Straße und ist tot.
Möchte jeder.
Das ist es aber nicht. Die Realität sieht ja leider ganz anders aus. Wenn du in die Krankenhäuser guckst, wo du alleine gelassen wirst, wo man dich natürlich medizinisch notwendig versorgt, aber im Grunde genommen hat ja niemand Zeit.
Dann fängt man an, sich mit dem Thema mehr zu beschäftigen und denkst, du brauchst eigentlich einen Raum, egal wann es ist, der dir Zeit gibt, der dich mitnimmt, wo Leute sind, die dich einfach umsorgen, wo du nicht auf die Familie angewiesen bist. Denn ich habe mir dann auch überlegt, wenn du jetzt in dieser letzten Lebensphase bist, wer ist denn eigentlich noch für dich da?
Wir haben keine viergenerationen Häuser mehr weg. Wir haben keine Dreigenerationen Häuser mehr wie früher gibt es nicht mehr. Ganz ehrlich, wir haben auch keine Zweigenerationen Häuser mehr.
Meine Kinder sind nicht mehr da. Ich kann doch nicht von meinen Kindern verlangen, kommt aus Berlin, Schleswig Holstein und sonst wo und versorgt mich. Also irgendwo ist es auch so ein Was will ich denn eigentlich? Wie möchte ich mein Leben beenden?
Hilflos in irgendeinem Krankenhaus? Oder möchte ich jemanden, der an meiner Seite steht, der Zeit hat, der mich so nimmt, wie ich bin und entlastet meine Familie, die vielleicht vor lauter Kummer nicht mehr weiß, was sie machen sollen, weil sie weit weg sind.
[00:07:46] Speaker A: Ich möchte da mal unsere Zuhörerinnen und Zuhörer einladen zu gucken und ich teile mal gleich meine Erfahrung mit dem Thema Sterben, wie weit du als Zuhörerinnen und Zuhörer Menschen kennst, die gestorben sind und die eine gute Begleitung in den Tod hatten. Und ich habe einen meiner besten Freunde vor vier Jahren an Krebs verloren, viel zu jung Anfang 50 und fand durfte noch recht viel Zeit mit ihm verbringen, wirklich traumhaft noch einen gemeinsamen letzten Urlaub machen, Kurz danach ist er verstorben. Und ich fand, dass der unglaublich viel alleine war. Also es gab, ich war so überrascht, muss ich sagen, fast. Ja, ich bin, glaube ich, richtig enttäuscht. Also wir sind ja so ein hammertolles Land und G und wir sind ein sehr wohlhabendes Land und uns ist, glaube ich, manchmal gar nicht bewusst, wie reich wir sind im Vergleich zu anderen Ländern.
Aber wenn es ans Sterben geht, ist man ganz schön alleine, war mein Eindruck. Und auch die medizinische Behandlung, die ist zwar gut gewesen, aber es gab kaum menschliche Begleitung. Also es war immer so ein bisschen wie, keine Ahnung, wie soll ich das ganz hart wie, keine Ahnung, Baustoffe einkaufen? Also er geht wohin, hatte seine Chemo und dann gab es aber keinen Mensch darum um ihn rum. Und ich habe die große Hoffnung, ich bin ja auch ein Förderer deines Vereins, da kommen wir später noch mal zu, dass es eine andere Art Sterben geben könnte in unserer Kultur und dass wir, wenn wir aufhören, dieses Sterben so zu verstecken und in Krankenhäusern zu machen und ein bisschen so, als ob wir nichts dazu haben, sondern wenn Sterben in unsere Gesellschaft kommt als Teil unseres Lebensweges, dann können wir auch anders und besser damit umgehen Und und für mich verkörpert die Hospizbewegung. Ich habe eine Freundin auch begleitet in der Hospizbewegung in einem anderen Teil Deutschlands, fand dieses Dort sein in einem Hospiz und ganz anders behandelt werden, dass der Tod Teil vom Leben ist und dass wir aber wir sind da noch hingegangen, wir haben sie besucht und wir haben noch zusammen gegessen und Musik gemacht. Das hatte so was Würdevolles ist das Wort, das ich damit verbünden möchte und nicht so heimliches wie im Krankenhaus irgendwo, wo es ein bisschen anonymisiert ist. Das ist, was ich mit Hospiz und Sterben verbinde.
Wie sind denn deine Gedanken dazu? Spiegelst du die oder nimmst du es ganz anders wahr?
[00:10:13] Speaker B: Nein, du hast das wunderbar auf den Punkt gebracht. Das ist ja genau das, was wir wollen.
Was wollen wir? Wir wollen den letzten Tagen mehr Leben geben. Wir wollen den letzten Tagen Freude geben.
Wir wollen doch alle, ich sage mal, mit einem Lächeln auf den Lippen uns ins Jenseits verabschieden. Das ist doch unser Traum.
Aber das kannst du nicht, wenn du im Krankenhaus bist. Das kannst du auch nicht, wenn du alleine gelassen wirst, weil dein Partner nicht mehr da ist. Und dafür brauchst du eine Umgebung, die dir das ermöglicht. Aber auch Menschen, die dich in der Zeit begleiten. Und dann bist du ja in dem Spagat drin, wenn du zu Hause bist und du hast noch jemanden, dann ist der vor lauter Pflege, der kriegt ja keinen Fuß mehr an die Erde. Der kann sich nicht zu dir, ich sag mal, setzen und wir haben jetzt mal 5 Stunden tolle Zeit. Wir sitzen nur draußen in der Sonne, geht gar nicht, weil das Leben drumherum geht weiter und der muss dich pflegen. Das heißt, wenn du die Pflege im Grunde genommen dem Personal, den netten Menschen überlässt, hat auch deine Familie wieder Zeit und kann den Abschied sicherlich super gut gestalten.
Und also wirklich, unser Ziel ist ja einfach, dem letzten Leben mehr Tage geben, mehr Freude, mehr Leben. Ja, oder sagen wir mal, dem Leben mehr Tage geben. Das ist ja das Prinzip eines Hospizes.
Du bist in der letzten Phase, du bist in der letzten Phase, du hast nur noch wenige Tage oder auch Wochen, aber du willst genau dieser Zeit einfach mehr Leben geben.
[00:11:48] Speaker A: Hast du vielleicht auch in deiner Tätigkeit Begegnungen mit Sterbenden gehabt? Also da würde mich sehr interessieren. Hast du an denen irgendwie was wahrgenommen? Wie waren deine Gespräche mit denen? Hat dich was überrascht, wie Menschen, die jetzt wissen, dass die letzte Reise jetzt nun mal bald ansteht, sich dir gegenüber artikuliert haben über ihr Leben. Gibt es Bilanzen, Dinge, die sie bereut haben? Da würde ich gerne mal einen Punkt kurz hinrichten.
[00:12:19] Speaker B: Nein, ich habe noch meine Schwiegermutter in Erinnerung, die immer total begeistert waren, wenn wir kamen, sie besucht haben und die allerletzte Begegnung mit ihr war. Also wir wussten nicht, wie schlecht es um sie stand und dass sie auch bald den letzten Schritt gehen würde. Und wir sind dann noch Hals über Kopf nach Norddeutschland gefahren. Ich sitze an ihrem Bett, da sagt sie dann zu Da bist du ja endlich um noch zu Ich wollte dich noch mal sehen und ich wollte dir noch mal die Hand geben.
Und dann hat sie sich umgedreht und sie ist nicht sofort gestorben. Aber sie hat darauf gewartet, dass ich kam und dass mein Mann auch kam und dass wir mit ihr einfach diese Minuten noch genießen konnten. Und da denke ich auch genau das hat sie gebraucht. Also sie war immer, wir haben uns immer sehr über alles ausgetauscht. Aber so dieser allerletzte Moment, das war schon beeindruckend.
[00:13:08] Speaker A: Und das habe ich schon echt so häufig gehört, bis hin zu Flugreisenden, also Menschen, die noch gewartet haben, bis derjenige, den sie sehen wollten, noch diese acht Stunden über den Atlantikflug geschafft hat. Und als dieser Mensch dann da war und sie sich noch mal gesehen haben, konnte dann der Sterbende auch wirklich gehen. Ich merke, dass mich das total berührt, weil ich da noch eine eigene Erfahrung drin habe. Und das ist ja so was echt Berührendes, wie wir irgendwie in Anführungszeichen ein bisschen Einfluss noch auf unseren Tod nehmen können, sagen, ich warte noch ein bisschen bis bis ich noch mal eine Begegnung habe, die mir richtig wichtig sind.
Hast du, oder ich würde da gerne vielleicht auch in die Theorie gehen, gibt es einen Unterschied zwischen Männern und Frauen im Sterben? Hast du da irgendwie eine Replik zu?
[00:13:54] Speaker B: Da kann ich ganz wenig zu sagen. Ich kann nur sagen, wenn ich jetzt mit Leuten drüber rede, sind Frauen offener, gehen mit dem Thema eher um. Also es kommt sofort, wenn ich sage, ich engagiere mich für diesen Bereich, haben ganz viele Frauen sofort Ich mache das auch. Ich habe das, ich habe die Erfahrung gemacht, jene Erfahrung, das purzelt so aus denen heraus.
Männer sind da zurückhaltender, so nach dem oh, das ist ein Bereich, weißt du, lass uns mal beim dritten Bier drüber reden, aber ne, vorher nicht so gerne.
[00:14:26] Speaker A: Ich habe da eine Theorie zu, da würde ich gerne mal mit dir die verproben. Ich mache ja hauptsächlich Männerarbeit. Ich begleite ja, wir sind ja Nachbarn, aber ich glaube, wir wissen gar nicht immer so richtig, was der eine oder andere tut. Also ich bin ja acht Jahre schon dieser Männerbewegung in Deutschland sehr aktiv als Speaker, als Podcaster, gehört. Zu den Maid gehörten. Podcast in Deutschland von dem Thema Männer und darf insofern auch einige begleiten. Und ich unterstelle mal frech, dass ein Großteil der Männer einfach so große Angst hat vor diesem Thema, dass sie sich diesem Thema nicht stellen. Männer sind häufig in anderen Dingen total mutig und kraftvoll und tun was für ihre Familie und sind leistungswert den Job. Aber wenn es an das Thema Sterben geht, dann habe ich manchmal den Eindruck, werden wir Männer zu kleinen Kindern und verkrümeln uns lieber und verpissen uns, statt aufrecht in unserer Männlichkeit sich mit diesem Thema zu beschäftigen, weil die Angst davor so groß ist. Und deswegen glaube ich auch diese drei Bier, die du andeutest, das ist ja, wenn wir unsere drei Bier oder mehr haben, ist es ja meistens so, dass irgendwelche Schichten von uns abfallen und wir uns dann erst besser auf Themen einlassen können. Es gibt ja auch viele Männer, die dann erst Emotionen zeigen. Also ich weiß gar nicht, wie häufig im Sof von anderen Männern gehört haben, Mensch Warit, bist ein super Freund, ich liebe dich. Das würden die nüchtern nie zu mir sagen, weil sie dann irgendwie homophobe Ängste hätten oder so, statt einfach so Gefühle zu bekennen. Und ich glaube, dass Frauen da häufig uns einen Schritt voraus sind, weil sie mit dem Thema Emotionen sich besser beschäftigen können als wir Männer. Wir sind gut auf dem Weg. Ich finde, viele von uns machen viele tolle Hausaufgaben, aber bei mir ist es nicht so. Insofern eine ganz freche Frage.
Ich kenne ja deinen Mann, den ich auch sehr schätze. Wie ist denn das Thema Tod bei ihm? Vielleicht auch durch deinen Einfluss?
[00:16:10] Speaker B: Ich glaube, es ist weniger mein Einfluss.
Wir sind ja beide von Hause aus Landwirte und Landwirte gehen ja mit dem Tod auch ganz anders um. Ich sag mal, als die meisten Leute, die ich hier kenne. Bei uns gehört Tod zum Leben.
Wenn du auf so einem Betrieb aufwächst, du hast Geburt und du hast sterben immer jeden Tag und es ist für dich was Natürliches. Natürlich ist es was anderes, wenn deine Lieblingstiere von dir gehen, aber du kennst das Thema und ich glaube, wir gehen wirklich da anders um. Wir gehen da vielleicht, ich soll mal sagen, nicht so super emotional mit um. Natürlich ist es ein sehr emotionales Thema, aber wir haben Geburt und Tod gehört bei uns von Kindheit an zum Leben.
Wir sind damit groß geworden und natürlich jetzt viele, viele, ich Sag mal, über 50 Jahre natürlich in der Stadt gelebt und weg quasi von den Wurzeln. Aber wir haben ein anderes Empfinden und mein Mann geht da total normal, also ganz natürlich mit um.
Es ist ja natürlich beeinflusst uns unheimlich. Ich sag mal, wenn der nächste Verwandte stirbt, das ist auch sehr, sehr traurig. Aber ich glaube, wir sind jetzt, uns wirft es nicht so sehr aus der Bahn, weil das Leben geht am nächsten Tag weiter. So sind wir groß geworden.
Ja, also ich sage jetzt mal, die Großmutter ist gestorben und deshalb musste am nächsten Tag der Betrieb versorgt werden von morgens bis abends. Du hast nicht die Zeit gehabt, dich da reinzuversetzen.
Es war normal, dass jemand kommt und wieder geht und du bist in so einen Rhythmus reingekommen und der Rhythmus hat dich geprägt. Das hilft manchmal sehr, über diese totale Traurigkeit und über die Trauer auch hinwegzukommen, weil dich der Alltag einfach fordert. Aber du reflektierst es, glaube ich, anders. Ich würde mal sagen, du reflektierst es ganz anders. Du nimmst es natürlicher.
[00:18:17] Speaker A: Ich würde gerne mal so eine Rubrik aufmachen, Verantwortung und Sinn. Also viele Männer, ich glaube, Menschen insgesamt definieren sich ja auch stark über Leistung und Verantwortung.
Was ist denn so dein eigener Gedankengang? Spielt das am Ende des Lebens eine Rolle, auch vielleicht über dein eigenes Leben? Wie siehst du das denn? Ich habe da eine sehr, sehr kritische Haltung zu, weil ich glaube, dass viele Menschen viel zu sehr Gas geben im Beruf und andere Aspekte viel zu sehr vergessen, ob das Hobbys sind, ob das Gesundheit ist, ob das Freunde sind und dass ihre Bilanz am Ende des Lebens manchmal durchaus kritisch ausfallen dürfte. Es gibt ja so einen wunderbaren Ich kenne niemanden, der auf dem Totenbett gesagt hätte, ach, hätte ich nur mehr gearbeitet. Und ich mag diesen leicht humorvollen Satz zu Ja, auch die jetzt zuhören. Ich finde, dass das ein gutes Innehalten bedeuten könnte. Lebe ich eigentlich das Leben, das ich leben wollte. Ich sage zu meinen Coaches manchmal, wenn die so Hochleistungstiere sind, ich habe ja einige auch aus dem Bereich von großen DAX Unternehmen, Konzerne, Du denk dran, du wirst sterben. Also irgendwann ist Kontrollverlust sowieso gegeben und auch Machtverlust. Guck doch mal, dass du lebst, bevor du stirbst. Und das heiß nicht nur arbeiten. Wie ist denn deine Haltung zu dem Thema Leistung und Verantwortung und Balance im Leben vor dem Tod?
[00:19:45] Speaker B: Die Frage habe ich mir schon ein paar Mal gestellt und ich denke mal, wir sind ja im Umfeld, wo sehr, sehr viele im Ruhestand sind und einfach nur die Füße hochlegen.
Ich finde, egal was du gemacht hast in deinem Leben, bist ja auch getragen worden von der Familie, von den Freunden, von der Umgebung.
Ich finde, man kann am Lebensende auch was zurückgeben.
Und das ist ein Punkt, der mich auch bewegt, der auch Antrieb ist. Mir ging es super gut. Ich habe bis zu meinem Eintritt in den Ruhestand ein tolles Leben gehabt. Natürlich hat jeder seine Höhen und Tiefen und ich habe immer viel gearbeitet. Ich habe mich auch nie gescheut, viel zu arbeiten. Ganz im Gegenteil, es hat mir Freude gemacht. Ich arbeite sehr gerne, wirklich sehr, sehr gerne.
Aber jetzt dann in eine Phase abzufallen, sage ich mal, wo du nur noch die Füße hochlädst, wo du nur noch in Urlaub fährst, wo du nur noch just for fun lebst, denke ich, das kann es doch nicht gewesen sein. Also irgendwo, ich möchte was zurückgeben. Ja, wir haben doch auch profitiert.
Ich sage mal, nicht nur von der Familie, auch von der Gesellschaft.
Und ich finde, jeder hat die Möglichkeit, im Kleinen irgendwo etwas der Gesellschaft zurückzugeben
[00:21:09] Speaker A: und das tue ich super. Ich glaube tatsächlich, dass Gemeinschaft so funktioniert. Da werden vielleicht ein paar Leute jetzt drüber schmunzeln, aber ich glaube, dass auch hier unsere, wir leben ja hier in Idstein in einer wunderschönen Kommune. Was haben wir für eine aktive Stadt und Stadtfeste und Weinfeste? Das geht nur, weil ein paar Leute echt ihren Arsch hochkriegen und Dinge auf die Reihe kriegen. Und so würde ich das jetzt auch sehen, was du schaffst. Du hast es ja gegen unglaublich viel Widerstand. Wir kommen nachher noch auf das Thema Geld zu kommen. Also es braucht immer wieder Menschen, die auch was tun. Und ich glaube, das gibt den Menschen selber was. Und da würde ich mal kurz an dich die Frage Wie ist das denn, dich zu engagieren? Also was bekommst du dadurch höchstwahrscheinlich auf emotionaler Ebene. Was kriegst du denn davon zurück? Was gibt dir denn dieses Engagement?
[00:21:58] Speaker B: Was gibt mir das Engagement? Also ich glaube, ich habe es gerade schon mal gesagt, Also irgendwo habe ich so innerlich eine Verpflichtung, dass man Mir geht es gut, Ich kann mir sehr vieles leisten, aber ich kann doch auch ein bisschen was für die Gesellschaft tun. Und dass ich jetzt da gelandet bin, wo ich jetzt bin. Ich denke mal, ich habe ja eben schon mal gesagt, das Projekt hat mich gesucht. Ich glaube, wenn ich mir vorher ausgemalt hätte, was an Input zu leisten ist, hätte ich vielleicht Ne Leute, also sorry, aber so viel wollte ich jetzt nicht mehr arbeiten. Okay, sei es drum. Ich bin aber ein Mensch, wer einmal A sagt, der sagt auch B und der zieht es durch. Ich bin also niemand, der zwischendurch abbricht und das ist mir jetzt zu viel. Ich suche dann lieber noch Mitstreiter, Die Mensch, guck mal, kannst du dich vielleicht auch für das Projekt engagieren? Das ist doch für uns alle gut Und versuche einfach den Kreis zu vergrößern. Gut, jetzt sind wir, Kann man sagen,
[00:22:54] Speaker A: ich guck mal, ob das passt. Gibt das dir Sinn und Inhalt in deine?
[00:23:01] Speaker B: Auf jeden Fall, ja.
[00:23:03] Speaker A: Und ich glaube, das ist total wichtig. Also du und ich, wir werden ja auch irgendwann sterben.
[00:23:10] Speaker B: Ja.
[00:23:11] Speaker A: Und dann auf dem Totenbett zu wissen zum Beispiel, dass du es geschafft hast, zusammen mit deinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern dann das Hospiz wirklich hierher zu bringen. Das sind ja so kleine Lebenswerke, die wir auch tatsächlich hinterlassen. Ich glaube ja, dass wir Menschen was hinterlassen. Also unabhängig davon, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Ich will jetzt gar keine philosophische Diskussion führen, aber dieses Gefühl, dass ich im Leben etwas geschafft habe, von dem auch andere profitieren. Ich glaube, das ist ein total schönes Gefühl.
[00:23:41] Speaker B: Also das treibt mich momentan an. Deswegen, ich sage immer, ich bin sicherlich kein Mensch, der jetzt für die Pflege einsetzbar ist. Kann ich nicht, sage ich ganz offen, ist nicht unbedingt meine Welt, aber ich kann was anderes. Ich kann Netzwerk, ich kann Leute zusammenbringen, ich kann Leute motivieren.
Ich kann die auch mit ein bisschen Push nach vorne bringen. Also ich bin sicherlich eckig und kantig und der eine oder andere mag über mich schimpfen, aber ich bringe die Sache nach vorne und ich denke mal, wir werden alle froh sein, wenn wir nächstes Jahr im Sommer den Schlüssel umdrehen können und guck mal, das Haus ist fertig. So, jetzt haben wir was geschafft.
Das begeistert mich auch.
[00:24:24] Speaker A: Jetzt sammelst du ja auch ganz spannende menschliche Erfahrungen. Gerade die Menschen, die tätig sind, sind ja sehr viel im Ehrenamt mit dir tätig und die Stellen, an die du dich ja zum Teil richten musst, sind kommunale oder institutionelle Stellen. Vielleicht kannst du uns mal ohne Namen natürlich einen Einblick geben. So was sind denn für dich die größten Geschenke, die du damit im Zwischenmenschlichen erlebt hast Und gerne aber auch, was sind denn die allergrößten menschlichen Enttäuschungen? Ich tendiere meinen Podcast ja immer zur Ehrlichkeit.
Mich würde interessieren, Doris, gerade wenn du dich so ehrenamtlich engagierst und ich würde das nachher gerne um meine Erfahrung noch mal ergänzen, macht man ja total bereichernde Erfahrungen und dann gibt es aber auch vielleicht ein paar menschliche Erfahrungen, wo man sagt, oh, auf die hätte ich verzichten können. Magst du uns mal einen Einblick geben in deine Tätigkeit in der Hospizbewegung?
[00:25:19] Speaker B: Ja, ich muss noch mal korrigieren, das
[00:25:21] Speaker A: ist die Stiftung Hospizstiftung verriet, mein Gott, das kann man sich doch merken.
[00:25:26] Speaker B: Fangen wir mal an. Also anfangs war es ein bisschen schwierig, die Leute zu überzeugen. Also wir haben sehr, sehr schnell hier einen Start gehabt in Idstein. Der Magistrat war begeistert, ich sag mal, die Stadtverordnete Versammlung war begeistert und sie haben ja uns ein Grundstück gegeben, was ganz, ganz toll war. Der Bürgermeister stand von Anfang an hinter dem Projekt, das finde ich wirklich großartig.
Und er hat auch dafür gesorgt, dass wir quasi auch im Land überall offene Türen bekommen haben. Das heißt, wir haben vier Bürgermeister im Land, die das Projekt komplett unterstützen. Dann haben wir angefragt in Bad Camberg, auch da, die Türen waren immer offen, Die haben auch sofort, ich meine, ich bin dann auch bettelnderweise ehrlich, muss ich ehrlich sagen, auch bei ihnen gewesen, habe gesagt, wisst ihr Leute, wenn wir das Ding haben wollen, ein Euro pro Einwohner und Jahr, könntet ihr schon mal aus dem Staatssäckel dazu tun. War überhaupt kein Thema. Es ging von Anfang an, Wer uns so ein bisschen beäugt hat, das waren eher so die, ich sag mal, Altvorderen in der Hospizbewegung, die, wie soll ich sagen, die machen einen wahnsinnig tollen Job, aber die sind sehr eingefahren und machen das seit über 20 Jahren in ihrem, ich sag mal, Metier, wie sie es immer gemacht haben. Und jetzt kommen wir halten uns an keine Konvention, sind einfach so die Newcomer.
Wir ziehen das jetzt durch und ich bin auch frei, ich stelle mich auch hin, wir machen ein Konzert und ich nehme nach der Pause das Mikro. Und liebe Leute, das ist unser Projekt, das kostet sechs Millionen. Ich bin jetzt gerade bei Euro. Es wäre schön, wenn Sie mich unterstützen.
Die sind vor Scham im letzten Mauseloch verkrochen, wie sich jemand hinstellen kann und wir machen das jetzt und wir brauchen euer Geld und seid bitte so freundlich und unterstützt uns. Also ich würde mal sagen, da treffen Welten aufeinander, so alt, gediegen, nicht negativ. Sie machen einen wahnsinnig tollen Job, aber wir gehen einfach andere Wege. Wir sind, ich sag mal, frisch Startup.
Während die anderen noch in der Bimmelbahn unterwegs sind, sind wir im ice mit Tempo 300 unterwegs und nehmen natürlich alle Leute mit, die vielleicht auch so ein bisschen ähnlich ticken wie wir, die boah, neues Projekt, super. Und da sind engagierte Leute und da machen wir einfach mit. Und da kommen wir.
Und dann ist es natürlich ganz normal, dass da so ein bisschen Reibereien auftreten.
Aber Sie haben inzwischen, glaube ich, Sie sind ganz stolz, dass wir so weit gekommen sind und kriegen auch gerade die Kurve, dass sie das Projekt mit unterstützen.
[00:28:07] Speaker A: Ich mache noch mal eine Kurve zurück oder vielleicht gehen wir da sogar rein. Mach doch mal bitte kurz einen Werbeblock, wenn jetzt Menschen den hören. Und wir werden den ja auch sehr stark hier in unserer Region, Idsteiner Land und Umgebung promoten. Und ich bin sehr sicher, dass es Menschen gibt, die sagen, da würde ich gerne auch unterstützen. Welche Art von Unterstützung kannst du denn oder könnt ihr denn von der Stiftung her, von der Stiftung, jetzt habe ich es mir gemerkt, endlich gut gebrauchen gerade?
[00:28:39] Speaker B: Ja, du hast ja gerade schon das Wort Stiftung gesagt. Ganz, ganz viele Menschen haben uns können wir Mitglied werden und das geht nicht. Sie können ja bei einer Stiftung nicht Mitglied werden. Sie können uns Geld geben, was steuerlich absetzbar ist. Alles wunderbar. Wir sind ja auch in der Lage, Spendenquittung auszufüllen, Sie können eine Zustiftung machen, was uns sehr hilft. Aber wir haben uns jetzt überlegt, es geht ja nun jetzt einfach mal ans Eingemachte. Das Haus wird gebaut und da brauchen wir ganz viele Sachen vom Bett bis zum Schrank, vom Bild bis zur Blume, von der Gartenbank bis zur Badewanne. Ich sag's jetzt mal, wir haben ein wunderbares Teammitglied, was jetzt eine Patenseite aufgemacht hat, die heißt, Sie können Pate werden, du kannst Geldpate werden, du kannst aber auch einfach du kaufst jetzt diese super Schickimicki Badewanne, die wir brauchen, wo du quasi über den Lift da reingesetzt wirst und wo du einfach eine Wohlfühlatmosphäre hast. Und da haben wir uns ganz ganz viele Gedanken gemacht und haben das zusammengestellt auf der Patenseite und unter Hospizpate DE kann man einfach mal gucken.
Ansonsten versuchen wir natürlich auch über Veranstaltungen und Konzerte oder läufe demnächst auch eine tolle Fahrradtour, einfach mal Spender anzusprechen, sagen so wollt ihr einfach uns unterstützen und wir haben momentan noch ein neues Projekt, was in Arbeit ist, noch nicht fertig.
Sie können auch dauerhaft bei uns auf der Webseite einfach Pate werden, indem Sie, ich sag mal, auf der roten Fassade Ihr Logo für ein halbes Jahr abbilden, weil ich denke, wenn jemand Geld gibt, möchte er ja auch gesehen werden und nicht nur der wird jetzt gelistet bei uns auf der Seite nach dem boah, das sind unsere Spender und ganz herzlichen Dank. Und es gibt immer wieder Artikel für größere Sachen, aber es kann ja auch sein, dass man so Ich möchte aber mit meinem Logo bei euch auf der Seite stehen und das Logo kostet halt bis ein paar Euro und damit finde ich das ganz legitim zu ihr unterstützt euch und wir sind anders dabei.
[00:30:37] Speaker A: Ich möchte mal auf diese Webpage zurückkommen. Die hast du ja nach der Veranstaltung rumgeschickt, die es hier in Idstein gab und ich finde, diese Webpage ist unglaublich gelungen. Ich finde, die ist gut gemacht und ich habe ja zusammen mit meiner Frau entschieden, dass wir so zwei Sachen als Paten übernehmen. Eine Bank, das wollte ich schon immer. Ich liebe das, wenn ich durch die Natur gehe und da sieht man irgendwelche Banken, dann steht meistens drin von Peter und Liesel 1984 als Zeichen ihrer Liebe. Das wollte ich schon immer machen und Das habe ich jetzt also bei euch auch gemacht.
[00:31:12] Speaker B: Toll, vielen Dank.
[00:31:14] Speaker A: Ich bitte dich eine Bank zu stiften und dann glaube ich, habe ich noch irgendwas übernommen, wo ich dachte, das will bestimmt kein anderer haben. Dann mache ich das jetzt mal.
Und ich finde, diese Webpage ist so genial gestaltet, ist ein bisschen wie so der Amazon Einkaufskorb für mich gewesen. Ich klicke mich da durch, da stehen Beträge dahinter und dann überweist du die einfach.
Und erstmal nicht nur mein Glückwunsch, sondern ich möchte es noch mal besonders hervorheben, Wenn du, liebe Zuhörerin, lieber Zuhörer, merkst, Mensch, irgendwas würde ich gerne auch machen. Ich finde das wichtig, dann kannst du durch diese Seite gehen und siehst mit Beträgen genau, was ist möglich.
Kann man denn weiterhin auch spenden? Also wenn ich sage, das ist mir alles irgendwie nicht das Richtige oder zu viel oder viel zu wenig, kann ich einfach noch eine Spende an euch übergeben.
[00:31:55] Speaker B: Auf jeden Fall. Also ich sage es jetzt noch mal, das Projekt kostet uns aktuell 6 Millionen. Wir sind mit dem Eigenkapital ungefähr bei 1,75 Millionen. Das heißt, das Delta nach oben ist noch ziemlich, ziemlich weit.
Wir sind durchfinanziert, natürlich, klar, wir holen uns das Geld von der Bank, das muss auch irgendwann refinanziert werden und der Businessplan ist auch super ausgetüftelt und steht für die nächsten 5 Jahre.
Wir werden ein Spendenbetrieb bleiben. Da machen wir uns nichts vor. Wenn wir, ich sag mal, das Lebensende kuschelig, nett, liebevoll haben wollen, dann muss jeder in die Tasche greifen, weil wir haben, ich sage es jetzt auch noch mal, das ist wirklich eigentlich frustrierend für uns. Wir haben alle Stiftungen abgeklappert, wir haben alle öffentlichen Töpfe abgeklappert, wir haben Bundesmittel, Landesmittel, Kreismittel. Es war überall nichts zu holen, gar nichts. Und diesen Frust, den wir hatten, dass man, egal wen man anspricht, in keinem Topf Geld findet, war schon ziemlich demotivierend. Aber wir haben irgendwie die Kurve gekriegt, dadurch, dass die Kommunen uns jetzt erstmal mit einem Euro, demnächst mit zwei Euro unterstützen. Das finde ich schon großartig. Und ansonsten muss ich einfach, wenn das Haus steht, möchte ich in dem großen Gemeinschaftsraum jeden Monat eine Veranstaltung haben. Ich habe gesagt, jeder, jeder aus dem kommt einfach mal rein, guckt sich das an, weil wenn wir über den Tod reden und den in Verbindung mit dem Haus anbieten wollen, Da muss man die Angst davor verlieren. Da muss man Boah, das ist ein tolles Haus, da gehe ich gerne rein. Und ich hab jetzt elf Hospize mir angesehen, überall in Deutschland.
Man muss da reinkommen und boah, das ist so ein bisschen Hotelatmosphäre. Das ist jetzt Es ist kein Krankenhaus, es ist kein Haus, sondern das ist so ein bisschen Hotel und Wochenendfeeling und so soll es sein. Und das wäre toll, wenn wir das hinkriegen.
[00:33:49] Speaker A: Ich will nur noch eine Nachfrage stellen, weil dann brauche ich die ganzen Mails nicht beantworten, die nachher kommen. Wenn du sagst, die Kommune gibt ein oder zwei Euro. Ich glaube, ich weiß, dass du damit meinst. Aber sag noch mal die Multiplikationsfaktoren. Das ist ja verbunden mit Einwohnern.
[00:34:02] Speaker B: Genau. Also aktuell sind es ungefähr, das ist das Idsteiner Land plus Bad Camberg sind Einwohner aktuell, also Euro.
Der Einzugsbereich fürs Hospiz wird aber größer sein. Das sind ungefähr, wenn man so bis Epstein rübergeht oder auf der anderen Seite bis Abergen, dann wird es ein bisschen größer.
Und wir haben die Zusage von den Gemeinden und Kommunen, dass wir, wenn wir im Betrieb sind, zwei Euro bekommen. Aber du weißt ja selber, die Kassenlage ist mau, wo wir zuerst gekürzt natürlich bei den Sozialausgaben. Also da werde ich noch viel betteln müssen und viel Einladung verteilen müssen, damit meine lieben Bürgermeister mich dann auch weiter unterstützen.
[00:34:51] Speaker A: Wir kommen langsam zum Ende und ich würde gucken, dass wir vielleicht jeder noch mal kurz teilen. Was wünschst du dir denn an deinem letzten Lebensabend? Also angenommen, und der ist ja, wir wissen ja alle nie, wann der kommt, aber irgendwann kommt der Big Day.
Was wünschst du dir denn über dein Leben sagen zu können, wenn es soweit ist?
[00:35:12] Speaker B: Also ich glaube, ich möchte sagen, ich hatte ein gutes Leben, ich hatte ein gutes Leben, ich hatte ein zufriedenes Leben. Ich glaube, die Zufriedenheit ist wichtig.
Jeder definiert das Wort gut anders. Aber man muss doch mit sich selber zufrieden sein und sagen, ich habe eine tolle Familie, ich habe tolle Kinder, ich habe tolle Enkelkinder und ich habe darüber hinaus einen schönen Beruf gehabt, Der hat mich sehr erfüllt und ich habe noch ein bisschen mehr gemacht und das bisschen mehr, glaube ich, erfüllt dich auch.
[00:35:45] Speaker A: Ja, es gibt bei mir eine ähnliche Richtung. Ich glaube, ich möchte vor allen Dingen in Frieden gehen. Also für mich ist so, ich möchte, ich bin ja ein wilder Mann und habe auch hier löse Emotionen aus und die sind nicht nur alle immer Beifall und Klatschen und der Farid ist ein toller, sondern Gott geht der mir auf den Sack.
Ich möchte gerne mit den Wichtigen, die mir wichtig sind, meine Themen und meine Konflikte gelöst haben, damit ich dann irgendwann in Frieden gehen kann. Und dazu gehört natürlich auch meine Verantwortung in all den Konflikten oder Schwierigkeiten zu übernehmen.
Worauf ich stolz sein möchte, ist, dass ich in diesem Leben was hinterlasse. Das merke ich schon auch dieser, so klein der auch ist, dieser Podcast, es gibt ja mittlerweile glaube ich 5000 oder mehr in Deutschland, aber ich weiß, wie viele Menschen ich immer wieder erreiche. Ich kriege auch immer wieder Zuschriften.
Das ist ein total schönes Gefühl, das Leben von Menschen beeinflusst zu haben. Und so ist ja mein Wunsch hier mit unserem Interview, dass es mir gelingt, ein paar Euronen locker zu machen in der Welt da draußen, die tatsächlich an die Hospizstiftung geht. Deswegen sagt doch bitte noch mal genau die Internetadresse, wo dann wahrscheinlich die Kontonummer ist, die Menschen finden können. Also wo findet man genau eure Hospizstiftung hier in Idstein?
[00:37:02] Speaker B: Also man findet unter.
Nicht wundern, es tauchen meistens zwei Adressen auf. Das eine ist die Hospizstiftung mit einem wunderbaren Logo, grün, orange und man bekommt teilweise auch noch die Hospizbewegung angezeigt. Wir sind ja zwei Organisationen, also ich möchte wirklich auch noch mal an dieser Stelle sagen, wir gehören zusammen.
Der eine ist für den ambulanten Dienst zuständig, die Bewegung und die Stiftung kümmert sich um den Bau und wir möchten wirklich gerne im nächsten Jahr eröffnen und ein wunderbares Haus für 10 bis 12 Gäste anbieten können. Mit ganz, ganz tollen Menschen, die sich um die letzte Lebensphase kümmern.
[00:37:44] Speaker A: Dann bewerbe ich vor allen Dingen die Hospizstiftung an dieser Stelle. Ich verstehe vollkommen, wenn andere sagen, die Hospizbewegung gehört gefördert, dann tu das doch sehr gerne. Aber wenn du die Hospizstiftung unterstützen kannst, weil du diesen Bau fördern möchtest, liebe Zuhörerin, lieber Zuhörer, dann tu das doch ganz einfach. Ich überlasse dir gleich das letzte Wort. Liebe Doris, du kannst überlegen, mit welchem Schlusssatz du rausgehen möchtest. Ich möchte mich erstmal bei dir bedanken. Ich finde deine Arbeit wirklich sehr beeindruckend, sonst würde ich dich auch nicht in den Podcast einladen. Ich gucke schon, dass ich spannende und interessante Menschen finde, die auch echt was zu sagen haben. Und ich verneige mich innerlich und aber auch jetzt äußerlich vor dir, vor diesem Werk, dass du da mit unglaublich viel Energie reinbringst. Und danke dir auch für den Namen all derer, die das irgendwann mal nutzen werden, die dich vielleicht nie kennenlernen werden, aber die das nutzen dürfen, was du zusammen mit deinem Verein in die Welt bringst. Also herzlichen Dank von einem Idsteiner an eine ID Steinerin.
[00:38:42] Speaker B: Ja, lieber Farid, ich danke dir für die Gelegenheit, heute etwas zu sagen. Und ich möchte an dieser Stelle Wir freuen uns über jeden. Wir freuen uns vor allen Dingen über Unterstützung. Die brauchen wir ganz dringend, muss ich ganz offen sagen. Aber ich muss auch sagen, ich mache es nicht alleine. Ich habe ein wunderbares Team. Ich habe ein großes Team inzwischen. Wir haben mal mit zwei, drei Leuten den Start gut hingekriegt und inzwischen sind wir, ich glaube, 20 oder 25 Leute. Und wenn ich dieses Team nicht hätte, diese wunderbaren Menschen, die alle ihre Freizeit in dieses Projekt setzen, wären wir nicht so weit. Und wir haben so tolle Leute, die von der Finanzierung bis zum Bau, von der Pflege alles einfach machen. Und ich bin ganz stolz, dass ich Mitglied dieses Teams sein darf. Und gemeinsam kriegen wir das hin. Und gemeinsam möchte ich auch noch mal Wollen wir dem Leben am Lebensende mehr Leben geben.
[00:39:34] Speaker A: Noch einmal den Satz in seiner ganzen
[00:39:37] Speaker B: Wir möchten dem Leben mehr Tage und den Tagen mehr Leben geben. Das ist das Motto eines jeden Hospizes.
[00:39:45] Speaker A: Mal gucken. Ich werde mit meinem Techniker sprechen im wunderbaren Linus Widmer, ob wir das nicht genau als Titel dieses Podcasts nehmen und wünsche dir einen weiteren wunderbaren Tag. Wir sind ja jetzt hier im herrlichen März mit Sonne im Herzen. Also einen wunderbaren Tag dir noch. Tschüss, Doris.
[00:40:03] Speaker B: Danke, Farid. Danke.